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Verfasst am: Do, 10. Dez. 2009 20:49 Titel: Das Fräulein von Scuderi
Guten Abend,
Heute habe ich einmal ein etwas anderes Anliegen an euch. Heute geht es nicht um irgendwelche Fragen rund ums Fach, sondern um die Frage nach einer Lektüre
Hier einmal ein kleiner Auszug aus Wikipedia, damit auch jeder weiß worum es ungefähr geht:
"Hoffmanns Erzählung spielt in Paris im Jahre 1680. Das 73-jährige Fräulein von Scuderi ist eine sehr angesehene Schriftstellerin und kennt König Ludwig XIV. Zu dieser Zeit geschehen in Paris viele Morde, deren Opfer durch einen Dolchstich mitten ins Herz getötet werden. Alle Morde geschehen nach dem gleichen Prinzip: Immer sind die Opfer adelige Männer, die mit einem Schmuckgeschenk auf dem Weg zu ihrer Geliebten sind, und immer wird dieses Schmuckstück gestohlen. Die Liebhaber verlangen nun, dass etwas gegen diese Mörder getan wird. Bei einem Gespräch mit dem König spricht das Fräulein von Scuderi folgende Worte:
„Un amant qui craint les voleurs,
n’ est point digne d’ amour.“
(„Ein Liebhaber, der Diebe fürchtet,
ist der Liebe nicht würdig“)
Diese Worte veranlassen den König, die Ermittlungen nicht zu verschärfen. Zu Beginn der Geschichte bringt ein Mann nachts ein Kästchen mit edelstem Schmuck und einem Brief zum Fräulein von Scuderi. In diesem Brief bedankt sich die Mörderbande dafür, dass sich die Scuderi gegen die Aufstockung der Polizeikräfte ausgesprochen hat. Das Fräulein ist verängstigt und bittet die Maitresse des Königs um Hilfe. Sie finden heraus, dass der Schmuck von René Cardillac, einem angesehenen Pariser Goldschmied, stammt. Eines Tages fährt das Fräulein von Scuderi in einer Glaskutsche durch Paris, als jener Mann, welcher ihr auch den Schmuck brachte, einen Zettel in die Kutsche wirft. Auf diesem wird sie aufgefordert, den Schmuck binnen zwei Tagen zu Cardillac zu bringen; sonst bringe er sich in ihrem Haus um. Sie bringt den Schmuck aber erst nach drei Tagen zurück und bemerkt bei ihrer Ankunft am Haus von Cardillac die Leiche desselben, der durch einen Dolchstich mitten ins Herz ermordet wurde. Sein Geselle Olivier Brusson, dessen Freundin Madelon, die Tochter Cardillacs, gewesen ist, wird verhaftet. Das Fräulein nimmt Madelon bei sich auf, und nach einigen Gesprächen mit ihr glaubt sie, dass Olivier unschuldig ist. Sie will ihm helfen und besucht ihn im Gefängnis. Erschrocken bemerkt sie, dass Olivier der Mann ist, der ihr den Schmuck und die Botschaft überbracht hat, und glaubt nun selbst nicht mehr, dass er unschuldig sei. Olivier will nun allerdings seine Aussage nur in Gegenwart des Fräuleins von Scuderi machen. Als es zu einem Gespräch kommt, stellt sich heraus, dass Olivier der Sohn der ehemaligen Pflegetochter der Scuderi ist. Olivier erklärt, dass René Cardillac, der sich nie wirklich von seinen Schmuckstücken habe trennen können (s. dazu Cardillac-Syndrom), der gesuchte Mörder ist. Er habe ihn einmal bei einem Mord beobachtet; habe aber der Polizei nichts gesagt, weil er Angst gehabt habe, Madelons Bild von ihrem Vater zu zerstören und ihre Welt zum Einsturz bringen zu lassen. Bei einem weiteren Mordversuch sei Cardillac von einem Offizier getötet worden. Dieser Offizier sei geflohen, weil er nicht in die Morde verwickelt werden wollte. Er selbst habe die Leiche ins Haus gebracht und sei so des Mordes verdächtig geworden."
Ich selbst habe das Buch vor kurzem gelesen und fand es richtig spannend und interessant zugleich, besonders den Goldschmied, welcher sich nicht von seinen Schmuckstücken trennen kann
Wer von euch hat das Buch gelesen, fandet ihr es auch so interessant wie ich? Jetzt einmal davon abgesehen, dass in keinster Weise erwähnt wird wie der Goldschmied arbeitet, was ich persönlich aber eher mal als zweitrangig erachtet habe.
Hier nun noch eine kleine Leseprobe:
„Sowie ich ein Geschmeide gefertigt und abgeliefert, fiel ich in eine Unruhe, in eine Trostlosigkeit, die mir Schlaf, Gesundheit – Lebensmut raubte.
- Wie ein Gespenst stand Tag und Nacht die Person, für die ich gearbeitet hatte, mir vor Augen, geschmückt mit meinem Geschmeide, und eine Stimme raunte mir in die Ohren: >Es ist ja dein – es ist ja dein – nimm es doch – was sollen die Diamanten den Toten!< - Da legt ich mich endlich auf die Diebeskünste. Ich hatte Zutritt zu den Häusern der Großen, ich nützte schnell jede Gelegenheit, kein Schloss widerstand meinem Geschick und bald war der Schmuck, den ich gearbeitet, wieder in meinen Händen. – Aber nun vertrieb selbst das nicht meine Unruhe. Jene unheimliche Stimme ließ sich dennoch vernehmen und höhnte mich und rief: >Ho ho, dein Geschmeide trägt ein Toter! < - Selbst wusste ich nicht, wie es kam, dass ich einen unaussprechlichen Hass auf die warf, denen ich Schmuck gefertigt. Ja! Im tiefsten Inneren regte sich eine Mordlust gegen sie, vor der ich selbst erbebte. - "
Denkt vielleicht sogar einer von euch hier ähnlich ? Gebt ihr "euren" Schmuck auch manchmal nur mit schweren Herzen her, oder wollt ihr ihn manchmal gar zurückhaben ?
Unter euch sind ja doch recht passionierte dabei, aber ich traue so etwas natürlich keinem von euch zu !
Aber wer weiß
Well Greetings, Adrian _________________ Schon seit meinem 6. Lebensjahr hege ich eine Begeisterung für Panzergeldschränke und Tresoranlagen. Derzeit schreibe ich an einer privaten historischen Arbeit zur ehemaligen Franz Garny K.G., Geldschrank-, Tresor und Stahlbau Frankfurt am Main.
Das Fräulein von Scuderi haben wir damals in der Berufsfachsschule besprochen, aber nicht gelesen (lag an der etwas unmotivierten Deutschlehrerin, die das nicht für nötig hielt).
Was das Hergeben von Anfertigungen betrifft: Bei manchen fällt es mir schon schwer, weil sie mir selber so gut gefallen. Wenn sich der Kunde aber genauso darüber freut wie ich, dann ist es leicht, den Schmuck weiterzugeben. Vor allem ist es dann schön, wenn man den Kunden später wieder den Schmuck tragen sieht und immer noch Begeisterung bekundet wird.
Brauchst Du noch Tips für andere Goldschmiedeliteratur? Die Scuderi ist natürlich die Bekannteste und bis vor einiger Zeit fast die Einzige gewesen. _________________ Man schätzt den Staub, ein wenig übergoldet, weit mehr als Gold, ein wenig überstäubt.
(William Shakespeare)
Reg.-Datum: 09.07.2005 Beiträge: 10490 Wohnort: München
Verfasst am: Fr, 11. Dez. 2009 09:16 Titel:
Als ich jünger war und meinte noch endlos und immer Besseres fertigen zu können, hat es mir nicht weh getan, heute merke ich das verschiedene Techniken und Anfertigungen einfach aus Zeit- und Organisationsgründen nicht mehr wiederholbar sind. Dann reut mich einiges schon.
Ich hoffe auf nach wie vor auf später, das mein Leben ruhiger wird und ich wieder mehr Zeit und Muße für feine und zeitintensive Arbeiten haben werde.
Vielleicht mache ich dann meinen, inzwischen verfallenen, Pilotenschein auch wieder neu. _________________ MfG Butschal
@tatze: Was war denn das für eine Lehrerin? Schande...
Aber ich findes es schön zu hören, dass du dich dann mit deinen Kunden freust. Ich glaube das macht den schönen Bereich des Berufs aus oder?
Zitat:
Brauchst Du noch Tips für andere Goldschmiedeliteratur? Die Scuderi ist natürlich die Bekannteste und bis vor einiger Zeit fast die Einzige gewesen.
Gerne
Zitat:
Ich hoffe auf nach wie vor auf später, das mein Leben ruhiger wird und ich wieder mehr Zeit und Muße für feine und zeitintensive Arbeiten haben werde.
Vielleicht mache ich dann meinen, inzwischen verfallenen, Pilotenschein auch wieder neu.
Ich wünsche es dir Heinrich, jeder sollte ein wenig Zeit für seine Hobbys haben. Das entlastet und ist Balsam für die Seele. Schau nach vorne, und freue dich in Zukunft vielleicht mal ein schönes Stück zu fertigen, was du dann nicht weggeben wirst!
Schöne Grüße, Adrian _________________ Schon seit meinem 6. Lebensjahr hege ich eine Begeisterung für Panzergeldschränke und Tresoranlagen. Derzeit schreibe ich an einer privaten historischen Arbeit zur ehemaligen Franz Garny K.G., Geldschrank-, Tresor und Stahlbau Frankfurt am Main.
Tja, das war eine Frau, mit der man auch über Schulaufgabentermine verhandeln konnte ("Können wir nicht wann anders schreiben, ich kann da nicht, weil ich am Tag vorher Geburtstag habe" - hat bei der funktioniert *immer noch kopfschüttel bei der Erinnerung* )
Zum Thema Goldschmiedeliteratur hatten wir hier schon mal einen Thread, deswegen hier nur der Link und nicht noch mal meine ganze Liste: ja ich weiß ich bin faul
Dann fang doch gleich mit dem Fräulein von Scuderi an
Danke tatze, habe deine Liste gefunden und werde mal rumstöbern
Well Greetings, Adrian _________________ Schon seit meinem 6. Lebensjahr hege ich eine Begeisterung für Panzergeldschränke und Tresoranlagen. Derzeit schreibe ich an einer privaten historischen Arbeit zur ehemaligen Franz Garny K.G., Geldschrank-, Tresor und Stahlbau Frankfurt am Main.
Ich schau beizeiten mal nach, findet sich bestimmt wieder _________________ Schon seit meinem 6. Lebensjahr hege ich eine Begeisterung für Panzergeldschränke und Tresoranlagen. Derzeit schreibe ich an einer privaten historischen Arbeit zur ehemaligen Franz Garny K.G., Geldschrank-, Tresor und Stahlbau Frankfurt am Main.
Ja, manchmal fällt es mir schwer Stücke zu verkaufen, oder gewünschte Oberflächenänderungen durchzuführen (hochglanzsilber zu matter Schaumkoralle z.B.) Aber meist sind die Kunden so begeistert, das es doch Spaß macht.
Und zum Lesen, ich hab vor einiger Zei mal den Roman einer Freundin hier vorgestellt:
http://www.goettgen.de/artikel/buch.....von-christiane-1309264241
Ist lesenswert.
Aber Deine Liste hört sich echt auch interessant an, Tatze. Und mit dem Cellini liebäugel ich schon lange. Muß ich echt mal angehen... _________________ Das Geheimnis des Lebens liegt im Suchen nach Schönheit
Oscar Wilde
ist interessant, Steph. Sehr lesenswert. Habe letzthin mal Deine Buchbesprechung hier gefunden. Wenn ich mal wieder Zeit finde und bock hab, zu lesen, und daran denke, dann könnte das nach dem Krimi meiner Cousine wohl eines meiner nächsten Opfer werden _________________ Man schätzt den Staub, ein wenig übergoldet, weit mehr als Gold, ein wenig überstäubt.
(William Shakespeare)
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