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Hallo!
Wir sind gerade auf der Suche nach Eheringen und haben die Auswahl schon einmal auf Gelbgold und schlicht (also ohne Stein, Rillen, Schnörkel) eingeschränkt, Breite 5 bzw 6mm.
Besonders gut hat uns der Farbton bei Feingold gefallen. Nun haben wir aber Sorge dass der Ring zu schnell schäbig aussehen könnte da das Material zu weich ist. Wie ist es in der Praxis? Muss man eine Mindeststärke haben damit der Ring formstabil bleibt? Und macht es in der Härte einen großen Unterschied, ob man 900er, 917er, 990er oder 1000er Gold nimmt?
Ein Juwelier hatte uns eine Legierung mit Platin angeboten die härter sei, nun haben wir aber an anderer Stelle im Internet gelesen dass das den Farbton stark verändern würde. Stimmt das?
Vielen Dank im Voraus für die Antworten!
Reines Gold, also 999,99 %o ist für das Tragen als Schmuck wirklich zu weich.
Es gibt eine Legierung 990/- mit Titan, die etwa die Härte von 750/ Gelbgold besitzt und dabei die Feingoldfarbe hat.
Die Ringschiene eine Traurings sollte schon 1,6 mm dick sein. Wenn die schiene innen bombiert (also abgerundet) ist, erhöht das den Tragekomfort.
Goldlegierungen mit Platinanteil kenne ich nur aus der Zahntechnik. Die gibt es auch mit hohem Feingehalt, bei hoher Härte , zwar noch richtig Goldgelb aber heller als die Feingoldfarbe. _________________ Gruß
Zirkonhead
Reg.-Datum: 09.07.2005 Beiträge: 10492 Wohnort: München
Verfasst am: Di, 20. Okt. 2009 16:07 Titel:
Meine Empfehlung ist 750 gelb oder 750 rosé. Das hat eine sehr satte Farbe und ist eine sehr haltbare Legierung. Die Legierungen mit Titan sind sehr stark im Kristallgitter überdehnt und dadurch so hart. Die mit Platin sind ordentlich und sehr hart, werden aber heller wie schon oben beschrieben. _________________ MfG Butschal
ich würde 900er noch für brauchbar erklären, natürlich ordentlich ausgewalzt/geschmiedet zur Härtesteigerung
und auf keinen fall matt, hammerschlag wäre ok
ich habe mir ja neulich aus gag mal einen feingoldtrauring gemacht, der war vor dem schmieden(walzen), obwohl dick, mit den fingern zu verbiegen, nach dem schmieden, obwohl deutlich dünner, nicht mehr mit den fingern verbiegbar
für tägliche gartenarbeit trotzdem nicht geeignet, aber für den normalgebrauch schon, wirkt auf manche leute halt unecht, weil in europa normalerweise eigentlich nur (hauchdünn vergoldeter) modeschmuck solch sattgelbe farbe aufweist
in asien ist das anders: das thaigold ist auch fast rein und es wird schmuck daraus gefertigt
Super, vielen Dank für die Antworten!
Nur eine kurze Rückfrage: "auf keinen fall matt, hammerschlag wäre ok" Was heisst denn matt in diesem Fall? Als Oberfläche finden wir dieses längs-gebürstete hübsch. Oder ist es nur die Verarbeitungstechnik?
gebürstet=matt hat auf fast jedem material eine halbwertzeit von wenigen wochen
selbst auf platin siehts nach tagen verschrammelt und nach wochen, bestenfalls monaten, nur durchs tragen eher poliert aus
ausnahme, weil überdurchschnittlich hart: edelstahl und platin800 mit iridium, und auch das zu unrecht verpönte nickelweißgold
ansonsten rubbelt sich jedes(!) matt ruckzuck ab, egal ob 333,585 oder750
daß es mit noch goldhaltigeren nicht besser wird, dürfte klarsein
längsmatt kann natürlich auch der laie alle paar wochen selbst auffrischen: mit nem schleifschwamm drüber
ist natürlich jedesmal mit abrieb verbunden
Der Feingehalt spielt da weniger eine Rolle als die legierungzusätze.
Mit Palladium legiert, ist weißer und weicher
, mit Cobalt/Mangan legiert ist gelber und härter
, mit Nickel legiert ist schön weiß, schön hart, und löst möglicherweise Allergien oder Hautkrebs aus.
Kratzresistent geht nicht, dann rate ich zu gehärtetem Stahl oder Wolframkarbid, was dann zwar Recht schwer zu zerkratzen ist, aber schon beim ersten auf den Boden fallen, wie Glas splittert. _________________ Gruß
Zirkonhead
poliert ist schon mal besser als matt
daß mit Palladium weich ist, würde ich nicht so pauschal sagen
da gibts sowohl bei 585 als auch bei 750 weichere, faßgeeignete legierungen und ziemlich harte mit vergleichbarem Pd-gehalt
Zuletzt bearbeitet von Tilo am Sa, 06. Nov. 2010 08:39, insgesamt einmal bearbeitet
Reg.-Datum: 09.07.2005 Beiträge: 10492 Wohnort: München
Verfasst am: Sa, 06. Nov. 2010 08:38 Titel:
Zirkonhead hat Folgendes geschrieben:
...
, mit Nickel legiert ist schön weiß, schön hart, und löst möglicherweise Allergien .... aus...
Nicht wenn es bei hoher Temperatur einmal durchgeschmolzen wurde und zu einer durchgehenden Legierung verbacken ist.
Alle Allergien die ich früher im Geschäft bei Kunden beobachtet hatte, kamen eindeutig von galvanischen Untervenickelungen unter einer Rhodiumschicht und bei Silberschmuck manchmal auch unter einer Vergoldungsschicht. _________________ MfG Butschal
poliert ist schon mal besser als matt
daß mit Palladium weich ist, würde ich nicht so pauschal sagen
da gibts sowohl bei 585 als auch bei 750 weichere, faßgeeignete legierungen und ziemlich harte mit vergleichbarem Pd-gehalt
Sicher hängt die Härte letztendlich auch von der Bearbeitung ab, nur Kratzresistent wird halt eben keine Goldlegierung.
Zitat:
bei Silberschmuck manchmal auch unter einer Vergoldungsschicht.
Bei den beliebten hellen Goldfarben ist auch immer Nickel mit im Bad, was auch in der Abgeschieden Legierung zu finden ist. _________________ Gruß
Zirkonhead
Ich habe im Weißgoldbereich eine relativ harte und federnde 750-er Legierung entwickelt. Ich muss mal versuchen, vielleicht kann der Härteträger ja auch bei 900-er eingesetzt werden? Möglich wäre es. Ich probiere das mal aus. Wenns was wird, melde ich mich mit stolz geschwellter Lippe wieder. Wenn nicht, dann auch. _________________ Gruß, Ulrich
Goldschmiede seit 1967
Feine Auftragsarbeiten aller Art, sowie Reparaturen und Juwelier-Service.
CAD, Rapid Prototyping (Fräsen, Plotten, STL), Edelmetallguss, Laserschweißen seit 1993, http://www.wehpke.de http://www.wachsfraesen.de
benjamin: soll das für deinen zu gravierenden anhänger sein?
dann würde ich das vom graveur abhängig machen
nicht daß der dann sagt, das weißgold ist ihm zu zäh/hart/wie-auch-immer
klar geht auch stahl zu gravieren, aber könnt ja sein, daß eben das härteste weißgold schlecht zu gravieren ist
Hallo Tilo,
wenn der Anhg. aus 750-er WG gemacht werden sollte, dann wäre meine Superlegierung ein tolles Material. Bei Versuchen mi dem Stichel hat sich herausgestellt, dass es sich beim Schneiden wie Fasserweißgold verhält, nur dass man mehr Kraft aufwenden muss. Aber kein Abbrechen des Spanes oder so was und ein ganz glatter Schnitt. _________________ Gruß, Ulrich
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