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da hast Du allerdings auch gleich eine "richtige" Walze im Auge. Die Durston ist wirklich fein, kostet allerdings auch Geld...
Naja, Weihnachten ist ja bald...
Probier mal den Anlaufschutz aus, wird sicherlich einiges bringen.
Viele Grüße,
Kai _________________ Erfahrung steigt proportional zum Wert des zerstörten Gegenstandes.
_________________
ich möchte nochmal fragen, mit welchem Werkzeug die Wölbungen gemacht werden sollen. Wenn Punzen, dann spielt doch auch die Größe des Modells eine Rolle...
Habt ihr denn alle ausreichend Punzen in den entsprechenden Größen? Das Walzen scheint ja nicht nur für mich ein Problem zu sein...
Reg.-Datum: 23.10.2006 Beiträge: 1654 Wohnort: Bad Salzuflen
Verfasst am: Mi, 19. Aug. 2009 16:43 Titel:
Hallo Turi!
Es tut mir leid, ich habe Deine Frage wohl bewusst überlesen
Ich versuche, dass mal zu erklären:
Es gibt eine wirklich große Auswahl an Werkzeugen, welche sich mehr oder weniger für die Herstellung von Schmuck und Gerät eignen. Die besten dieser Werkzeuge wurden im Laufe der Jahre aus der Praxis heraus entwickelt und verfeinert.
Eine Walze für Bleche und Drähte ist das Herzstück einer jeden Werkstatt. Ohne sie müssten wir die gegossenen Rohlinge mühevoll von Hand auf die benötigte Stärke schmieden. Dieser Vorgang ist als Übung zum Verständnis des Schmiedevorgangs toll - in der Praxis jedoch völlig unwirtschaftlich. Das gilt auch für jene, die sich "nur" hobbymäßig mit der Schmuckherstellung befassen.
Goldschmieden beginnt nicht mit dem Aussägen von Mustern, Zierlinien oder dem biegen von Drahtschnörkeln, Ringschienen oder Fassungen. Goldschmieden meint nicht das montieren von Fertigteilen. Ich kann und will hier keinen Vortrag halten über das, was Goldschmieden war, ist und sein wird. Wer jedoch ausschließlich mit Fertigwaren wie Standardblechen, Rohren, Draht und sonstigen gekauften Dingen arbeitet, kommt schnell an Grenzen, deren Überwindung unnötig Kraft kostet und häufig in purem Frust enden.
Es liegt in der Natur der Sache, in diesem Fall an den Kosten, dass sich wohl niemand als erstes eine Walze kauft. Man greift also auf vorgewalztes, einwandfreies Material zurück und beginnt damit zu arbeiten. Eine Säge, ein paar Feilen und Zangen sind Dinge die nicht die Welt kosten und für erste kleinere Erfolge sorgen. Daran ist nichts auszusetzen. Für viele ist das auch ausreichend. Die, die irgendwann jedoch mehr wollen, stellen bald fest, dass ihnen etwas fehlt - das Wissen und die Möglichkeiten, selbst Bleche und Drähte herzustellen, die qualitativ mit dem bislang gewohnten (gekauften) Material mithalten können. In einem Beitrag wurde dann auch nach einer Materialliste gefragt - mit dem Hinweis, dass die Beschaffung etwas Zeit in Anspruch nimmt. Die Zeit nehmen wir uns, ganz einfach. Es gibt keinen Zeitdruck.
Mit meiner Auswahl, dem Thema Violine, habe ich Sorge dafür getragen, dass sich die herkömmlichen Standardwaren nicht direkt nutzen lassen. Es gibt hier keine Fertigteile, die eben montiert werden könnten. Auf der anderen Seite können aber Fertigbleche genutzt werden. Niemand muß also Rohlinge gießen. Es ist ein Mittelweg, den wir da eventuell beschreiten. Einer, auf dem sich viel erfahren lässt, so man es denn will.
Heute hat mir ein lieber Kollege ein Fax geschickt. Er schreibt darin unter anderem folgendes:
===
Menschen die wollen, finden Wege.
Menschen die nicht wollen, finden Gründe.
===
Dem lässt sich nichts mehr hinzufügen - außer vielleicht: die Anfertigung der Violine ist nichts für Menschen, die Gründe finden.
Wenn ich nun also weitere Vorgaben bezüglich des Werkzeugs machte, lieferte ich dann nicht den "Gründe-Findern" weitere?
Zum Schluss vielleicht noch dieses: es ist toll, sich schöne Bilder von Schmuckstücken anzusehen oder Videos, die deren Herstellung dokumentieren. Was meint ihr aber, wie schön es ist, wenn man ein tolles Stück in Händen hat, das selbige gefertigt haben! _________________ Goldschmiedemeister Mario Sarto
Feine Goldschmiedearbeiten, Hand-Gravuren, Edelstein-Fassen, Unikate in Gold, Platin, Palladium und Silber
Feine Auftragsarbeiten aller Art, sowie Reparaturen und Juwelier-Service.
CAD, Rapid Prototyping (Fräsen, Plotten, STL), Edelmetallguss, Laserschweißen seit 1993, http://www.wehpke.de http://www.wachsfraesen.de
Reg.-Datum: 23.10.2006 Beiträge: 1654 Wohnort: Bad Salzuflen
Verfasst am: Mi, 19. Aug. 2009 21:12 Titel:
Ulrich Wehpke hat Folgendes geschrieben:
sind auch solche Geigen erlaubt?
Hey - die "rocken"!
Und nein, sind nicht erlaubt - wir spielen unplugged! _________________ Goldschmiedemeister Mario Sarto
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Ich hab mittlerweile ein schon recht langes Leben lang feststellen muessen, dass bei mir die kuenstlerische Ader vergessen wurde.
Ich haette kein Problem damit, mit untauglichem Werkzeug aus ner Silbermuenze das Material zu erstellen, aber das Endergebnis wuerde bei mir erfahrungsgemaess grottenschlecht.
Also bleib ich bei meinen Uhren, ist doch viel einfacher. Laeuft nicht, muss aber laufen, klare Vorgabe.
Aber ich schau gerne zu.
Vielleicht kann ich auch Arbeitstips fuer unpassendes Werkzeug liefern, worauf die Fachleute mit dem passenden Werkzeug gar nicht kommen, mal sehen. Denn manchmal muss ich ja etwas von der technischen Seite des Goldschmiedehandwerks mit machen.
Reg.-Datum: 23.10.2006 Beiträge: 1654 Wohnort: Bad Salzuflen
Verfasst am: Mi, 19. Aug. 2009 21:57 Titel:
Karlo hat Folgendes geschrieben:
Ich hab mittlerweile ein schon recht langes Leben lang feststellen muessen, dass bei mir die kuenstlerische Ader vergessen wurde.
Ich haette kein Problem damit, mit untauglichem Werkzeug aus ner Silbermuenze das Material zu erstellen, ...
Oh Karlo, "Vorsicht Falle" ist nun schon zu spät. Alles was es braucht, ist handwerkliches Geschick, davon hast Du ja genug
Wenn wir künstlerisch tätig werden wollten, dann würden wir sicher keine bestehende Form kopieren, sondern eine völlig neue erschaffen. Na, dann schmier schon mal das untaugliche Werkzeug - und herzlich willkommen! _________________ Goldschmiedemeister Mario Sarto
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zunächst einmal vielen Dank für deinen an mich gerichteten ausführlichen Beitrag (eine „Antwort“ ist es ja nicht so ganz). Deinen Ausführungen ist auch im Prinzip nicht zu widersprechen, trotzdem muss ich für mich leider ganz pragmatisch überlegen.
Ja, ich habe Gründe – Gründe dafür, mir im Vorfeld das Projekt vorzustellen, um entscheiden zu können, ob ich – neben meinem Broterwerb und unter meinen gegebenen Bedingungen – mitmachen kann. Z.B. muss ich auch den finanziellen Aufwand abschätzen können, denn viel Spielraum für große Überraschungen habe ich leider nicht.
Ich habe vermutlich eine Möglichkeit, zu walzen und auch den Draht zu ziehen (falls die Geschäftsaufgabe nicht vor dem Projekt stattfindet und ich nicht die entscheidenden Werkzeuge abkaufen kann). Aber ich habe mir dort schon mal die vorhandenen Punzen angesehen… Die sollte ich mir besser neu kaufen. Okay, ist finanziell nicht der größte Brocken, haben wollte ich schon lange welche, aber es ist etwas, womit ich kalkulieren muss.
Das war der Hinter-„Grund“ für meine Frage. Dazu kommt noch, dass im Verhältnis zu einer Gitarre bei einer Violine der Boden – und zusätzlich auch die Decke – deutlich gewölbt ist. (Ich hatte weiter oben meine hölzerne „Bastelarbeit“ erwähnt, bei der ich diesen Umstand einfach ignoriert habe. Im Ergebnis sieht das Teil halt eher wie ein Comicprodukt aus, was nicht zuletzt an dem graden Boden liegt. )
Eine einfache Antwort, wie man die Wölbung hinkriegen kann, hätte mir genügt. Wenn du meine Motivation deshalb in Zweifel ziehst, ist dir das natürlich unbenommen. Aber vermutlich habe ich mit meiner scherzhaft gemeinten Erwähnung der Nudelmaschine nix anderes verdient – sorry. Wenn du nicht im Vorfeld sagen willst, mit welchem Werkzeug man unbedingt rechnen muss, sondern erst als Überraschung nach Beginn der Arbeit, lieferst du aber doch „Gründe“: Nämlich denen, die in deinen Augen nicht wirklich „wollen“ einen guten Grund, sich nicht darauf einzulassen. Gutes Selektionsmodell!
Falls das Projekt zustande kommt, werde ich es aber gerne neugierig verfolgen. Ich werde schon noch anderweitig Gelegenheit finden, mich vom „Fertigteilezusammenkleber“ zu entfernen (und falls nicht: was solls… Wie du selbst schreibst: Es ist wirklich schön, selbst gefertigte Schmuckstücke in Händen zu halten! Kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen, die zu wiederholen auch schon sehr befriedigend ist, auch wenn es keine perfekte Violine sein wird.)
Reg.-Datum: 08.01.2008 Beiträge: 194 Wohnort: nahe Wien
Verfasst am: Do, 20. Aug. 2009 08:39 Titel:
Hallo Turi,
Zitat:
Aber ich habe mir dort schon mal die vorhandenen Punzen angesehen… Die sollte ich mir besser neu kaufen.
schade dass Du wegen der Punzen aufgeben willst. Falls die ein paar Macken hinterlassen - das ist doch dann innen in der Violine und nicht sichtbar. Werde ich zugunsten des Lerneffekts ignorieren. Ich habe auch nur einen Satz kleinerer und werde es, wenn größere gefragt sind, auch so halten müssen. Nachdem ich das Wellblech, das die Walze bei meiner GS erzeugt, wie üblich geglättet habe.
Für gewölbte Teile benutze ich alte Eichen-Parkettriemen (ca. 150 x 60 x 20 mm), die ich mit diversem Werkzeug in eine Form bringe, auf der oder in die ich dann das Silber mit dem Hammer treiben kann. Hat bisher bestens funktioniert. Das spart die doch recht teuren großen Punzen (einen Satz kleine hab ich).
Ich denke, mit etwas Improvisation lässt sich die Stradi schon bauen ohne etwas zu vergeigen.
Bin schon gespannt auf die genauen Vorgaben.
Ach ja, was passiert hinterher mit den Teilen? _________________ Wenn man nur alle Hobbies zum Beruf machen könnte!
Reg.-Datum: 08.01.2008 Beiträge: 194 Wohnort: nahe Wien
Verfasst am: Do, 20. Aug. 2009 14:39 Titel:
Hallo Edelstein,
wenn alles gut geht sollten wir am Ende nur 1 Teil haben! Abgesehen vielleicht vom Geigenbogen, aber den hat Mario uns am Foto vorenthalten.
Ich erwarte nicht dass wir es abliefern müssen, sondern werde die Violine entweder an die Wand hängen, aufstellen oder notfalls zu den Abfällen zum Einschmelzen geben.
Reg.-Datum: 23.10.2006 Beiträge: 1654 Wohnort: Bad Salzuflen
Verfasst am: Do, 20. Aug. 2009 14:59 Titel:
Na nana - ganz ruhig bleiben. Ich stehe nach wie vor zu meiner Idee. Natürlich macht man sich im Vorfeld eines Projekts Gedanken, ob man der Sache gewachsen sein wird. Ich bin da frohen Mutes.
Sobald die Hitze sich ein wenig verzogen hat, werde ich einfach mal anfangen und ein paar Skizzen/Bilder einstellen.
Wer also gerne mitmachen möchte, ist herzlich eingeladen und kann natürlich währenddessen alles fragen, was ich nicht hinreichend erklärt habe. Dabei wünsche ich mir, dass, sofern es möglich ist, viele Bilder eingestellt werden. Diese werden helfen, frühzeitig kleinere und größere Fehler zu erkennen und damit zu vermeiden.
Es ist natürlich auch möglich, später anzufangen. Hier betone ich noch einmal, uns hetzt keiner. Wenn es also mit dem Material- bzw. Werkzeug-Beschaffen länger dauert, so ist das kein Beinbruch.
Wie immer und überall wird es natürlich auch Unbeteiligte geben, die sich bemüßigt fühlen werden, hier und da einen Tipp oder etwas lustiges beizusteuern - kein Problem!
Sollte ich feststellen, dass sich jemand über einen der Teilnehmenden lustig macht, lasse ich den Kommentar von den Administratoren entfernen!
Und nun hoffe ich auf Abkühlung _________________ Goldschmiedemeister Mario Sarto
Feine Goldschmiedearbeiten, Hand-Gravuren, Edelstein-Fassen, Unikate in Gold, Platin, Palladium und Silber
Ich will die Gelgenheit nur mal eben schnell nutzen, um mich mal wieder auf der Unbeliebtheits-Skala nach vorne zu katapultieren:
Irgendwo habe ich mal sinngemäß etwa folgendes gelesen: Die Winner finden Gründe es zu tun und die Looser solche, es bleiben zu lassen!
Das "Irgendwo" kann ich dir beantworten: In Marios "Antwort" auf meine aus der Unsicherheit eines Anfängers resultierende Frage, wie wohl die Wölbungen gemacht werden sollen.
Im EP stand vollmundig, dass auch Anfänger eingeladen seien. Na gut.... wahrscheinlich gibt es welche, die nichts fragen müssen.
Es grüßt ein 'Loser'
Turi
P.S. to lose - verlieren; ich nehme an, dass nicht 'Losgelassene' gemeint sind (to loose).
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