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Verfasst am: Sa, 12. Mai. 2007 04:57 Titel: Lötnähte
Hallo,
ich würde gerne wissen ob es etwas über die Qualität einer Halskette aussagt wenn man die Lötnähte sehen kann? Sprich ist eine Kette wo man die Nähte sehen kann von schlechter Qualität?
Danke im Vorraus
Reg.-Datum: 24.04.2007 Beiträge: 26 Wohnort: 18209 Bad Doberan
Verfasst am: Sa, 12. Mai. 2007 17:32 Titel: Lötnähte - sichtbar oder nicht?
Lieber Stefan,
na klar, eine Halskette und jedes andere Schmuckstück. "wo man die Lötnaht sehen kann", ist von schlechter Qualität.
Zur Beurteilung des konkreten Beispiels müsste man das Schmuckstück in der Hand halten können, mindestens ein Foto sehen. Ich möchte aber die Gelegenheit zu einer ganz allgemeinen Antwort nutzen.
Grundsätzlich muss das Lot "durchgeflossen", und die Verbundteile müssen innig und zuverlässig miteinander verbunden sein.
(Wenn später der Kunde das zerbrochene Schmuckstück vorlegt, verliert die Freude am Schmuck ihren Reiz!)
Die Lötnaht wird dann so "versäubert", dass man sie nicht mehr erkennen kann.
Das ist der Normalfall.
Eine sichtbare Lötnaht ist nur gerechtfertigt, wenn sie zur gestalterischen Konzeption gehört - wenn sie also der Gestalter so beabsichtigt - und das ist die seltenste Ausnahme!
Normalerweise geht es nicht um künstlerische Ambitionen,sondern um Nachlässigkeit, Schlamperei, Unvermögen, wenn das Lot bei wiederholten Lötungen nachgeflossen ist:
Meist war die Fuge nicht präzise angepasst und vorbereitet worden, oder
es wurde nicht genug Lot angelegt.
Was man beim Anpassen der Fugen versäumt hat, kann man auch mit noch mehr Lot nicht mehr ausgleichen, irgendwo fliesst es doch wieder nach.
Weil man meist dem Kunden die eigene Schlamperei nicht als gestalterische Absicht verkaufen kann, kenne ich als erfahrener Goldschmied nur ein sicheres Gegenmittel:
Ärgern - dann einschmelzen und neu anfertigen!
Das ist allemal billiger und solider als stundenlanges Herumbasteln!
Mit besten Grüssen _________________ Prof. Dr. Erhard Brepohl
ich denke, vorbehaltlich des fotos, daß es um eine industriell gefertigte kette geeht, wo man machmal die fugen sieht(wenn man danach sucht),oder wie bei hohlen ketten die innen umlaufende fuge zum rausätzen des kerns, was von endverbrauchern auch für eine lötfuge gehalten werden kann
danke für eure antworten.
Trotz mehrfacher Versuche sind die Nähte auf den Fotos nicht zu erkennen. Es spiegelt sich immer das Licht darin und ist auch viel zu klein. Hab trotzdem mal ein Foto angehangen
Mir ist noch aufgefallen, dass die Nähte nicht immer auf der gleichen Seite sind. Mal sind sie gegenbüberliegend dann wieder nicht. Das ganze ist soweit ich weis eine Ankerkette oder sowas.
Hab das mal versucht zu skizzieren aber ich befürchte ihr werdet überhaupt nicht verstehen was ich meine. Auf meiner Skizze sieht man ja quasi stehende und liegende Glieder. Mal ist das stehende in das liegende gelötet und mal das liegende in das stehende. Aber nie nach einem einheitlichen Schema. Mal so mal so.
Edit: Die Striche in meiner SKizze sind die Nähte. Senkrechter Strich=liegendes Glied ist gelötet waggerechter Strich= stehendes Glied ist gelötet
Hallo Stefan,
ein paar gute Bilder wären sicher hilfreich, probier einmal eine Lupe dazwischen zuhalten.
Welchen Durchmesser hat denn die Kette?
Lotnähte sind fast bei allen maschinell hergestellten Ketten mehr oder weniger sichtbar. Wenn allerdings die Lotnähte nicht gleichmäßig angeordnet sind ist es eventuell eine Handarbeit ( wo sich irgend jemand wenig Mühe oder Sorgfalt machte).
Lg
Oswald _________________ Antikschmuck.de, Online Schmuck-Shop Granatschmuck Jagdschmuck
& vieles mehr
es muß eigentlich jedes glied gelötet sein
denke daß es ne maschinenkette ist, die ösen werden aufgezwickt und eingehängt und zugebogen und das lot muß aus dem inneren der ösendrähte rausfließen, wenn dann die maschine nicht schön geschnitten hat und/oder nicht paßgenau zusammengebogen hat, füllt das lot eben die fuge nicht komplett aus, ist im gebrauch eher selten sichtbar
und wenn keine lupe dann vielleicht mal auf einen scanner legen
auf der skizze sieht es für mich danach aus als wäre jede 2. geöffnet gewesen, und die sind halt nur ineinander verdreht, so dass es unregelmässig aussieht.
rein theoretisch würde es ja genügen wenn man nur in jeder 2. öse eine öffnung zum einhängen in die jeweils benachbarten beiden geschlossenen ösen gehabt hätte. das wiederum spräche wieder für eine handgefertigte gliederkette.
wie oswald aber schon schrieb - der durchmesser der kette wäre mal interessant...
stümmt
genaugenommen könnte man zur hälfte gestanzte/gesägte/gegossene glieder verwenden und die verbindungsglieder nur löten
bin ich echt nicht drauf gekommen
aber bei dem scharfen bild;-)
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