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Mokume Gane - Faszination Schichtmetall

Von Redaktion, Goettgen Schmuckjournal, 5. Februar 2010

Bild - bewegtes Wasser -<br>Mokume Gane Silber/<br>Shakudo/Shibuichi<br>© chaos-schmuck
- bewegtes Wasser -
Mokume Gane Silber/
Shakudo/Shibuichi
© chaos-schmuck

Geht man mit aufmerksamem Blick an Schaufenstern von Goldschmieden vorbei, so fällt einem in letzter Zeit immer häufiger besonderer Schmuck ins Auge.

Mehrfarbig gemusterte Oberflächen, die an Wurzelhölzer, Wasseroberflächen oder Maserung von Steinen erinnern. Manchmal findet man noch den Hinweis auf Mokume Gane, doch was genau steckt dahinter?

Mokume Gane (jap. Holzgemasertes Metall) ist eine antike japanische Technik, die aus der Schwertschmiedekunst hervorging. Als ihr Erfinder gilt Denbei Shoami (1651-1728), der als erster Nichteisenmetalle zu Mustern fügte, wie sie auch im Damaszener Stahl zu finden sind. Die ersten Bleche wurden ausschließlich für das Stichblatt am Schwert verwendet.

Durch Schichtung und Verschweißen der einzelnen Metallbleche entstehen Barren, aus denen durch verschiedene Bearbeitungstechniken lebhafte und ausdrucksstarke Muster entstehen, die die Palette der Gestaltungsmöglichkeiten um ein Vielfaches verbreitern.

Man kann die Arten der Musterung in drei Kategorien einteilen.

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1. Vertiefte Musterung

Das Muster wird in den Barren gefräst oder graviert, so daß eine oder mehrere Metallschichten frei liegen. Anschließend wird soo lange geschmiedet, bis die vertieften Schichten auf einer Ebene mit der Oberfläche sind. Bei dieser Art der Musterung hat man den größten Einfluß auf das gesamte Muster des Endprodukts.

2. Erhöhte Musterung

Bild - Maserung -<br>Mokume Gane<br>Silber/Kupfer<br>punziertes Muster<br>© chaos-schmuck
- Maserung -
Mokume Gane
Silber/Kupfer
punziertes Muster
© chaos-schmuck

Hierbei wird der Barren zu einem flachen Blech gewalzt oder geschmiedet in welches das Muster von der Rückseite her mit Punzen zieseliert wird. Dabei ist darauf zu achten, das man maximal bis zur Hälfte der Blechstärke auftiefen sollte, da das Werkstück sonst stellenweise sehr dünn wird. Nach dem Zieselieren wird der erhabene Teil des Musters abgefeilt, bis die Oberfläche plan ist.

3. Tordieren

Auch durch das in sich verdrehen des Barrens kann man sehr schöne Muster erzielen, das bekannteste ist das Sternchenmuster, das im Innern eines fugenlosen Ringes entsteht und durch Umstülpen nach außen gebracht wird. Aber auch durch unterschiedlich starke und enge Wicklungen entstehen faszinierende Kontraste, die an Gesteinsschichten oder Wellenmuster erinnern.

Materialien und Legierungen

Neben den gängigen Schmuckmetallen Gold, Silber und Palladium werden in der Mokume Gane Technik spezielle Legierungen verwendet, die durch patinieren besondere Oberflächenkontraste ergeben. Am weitesten verbreitet sind hier Shakudo (Kupfer mit 3-7 % Gold) und Shibuichi (Kupfer mit 25% Silber).

Kommentare

Ein sehr gelungener Artikel, der auch Laien einen verstaendlichen Einblick in diese Technik vermittelt.
Es waere interessant, weiterhin Texte zu speziellen Themen des Goldschmiedens hier lesen zu koennen.

[ Von: Christiane Gref am 05.02.10 um 19:32 Uhr ]

Gerne möchten wir an dieser Stelle auch einmal auf eine internationale Gruppe von Mokume-Gane-Enthusiasten hinweisen: Die „Mokume Gane Artisten“ aus der Schweiz, Österreich und Deutschland fertigen handwerklich hochwertigen Mokume Gane Schmuck. Auf der Webseite der Artisten - www.mokumeganeart.eu - finden sich neben einer Liste von kompetenten Herstellern auch viele weitere Informationen zur Geschichte und Herstellung von Mokume Gane.

[ Von: Goldschmiede Schwaderlapp am 04.03.10 um 14:01 Uhr ]

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