Altgold - Ein Leitfaden für private Verkäufer aber auch Ankäufer
Von Redaktion, Goettgen Schmuckjournal, 4. November 2009
Die Themen Altgold, Verkauf und Ankauf von Altgold sind in den Medien ein richtiger Dauerbrenner. Da gibt es Geschichten von Betrugsversuchen, Abzocke und Konkurrenzkämpfen. Letzteres momentan vor allem in der Schweiz. Die Krise sorgt für finanzielle Engpässe, die durch den Verkauf von ausgedientem Schmuck vielleicht etwas abgemildert werden können. Der ansehnliche Goldpreis heizt die Stimmung zusätzlich an. Von "Goldrausch" oder "Goldgräberstimmung" ist immer wieder die Rede.
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Der mediale Einheitsbrei war uns zu wenig. Deswegen haben wir einen Leitfaden zum Thema Altgold für An- und Verkäufer zusammengestellt, denn es gibt auf beiden Seiten Unsicherheiten. Sie können diesen Text als kurze, knappe Zusammenfassung in der Smart-Reading-Version lesen und bei Bedarf über die Links in die Tiefe gehen. Sie können ohne weitere Umschweife direkt ins Thema einsteigen oder sich zunächst das Grußwort des Herausgebers durchlesen.
Altgold ist oft nicht schön, aber wertvoll, und für viele unbekanntes Terrain.
Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Aber es glänzt auch nicht alles, was Gold ist. Christian Friedrich Hebbel, (1813 - 1863), deutscher Dramatiker und Lyriker Quelle : »Tagebücher«
Schmuckstücke - abgetragen, verschmutzt, beschädigt oder ungeliebt; Münzen und Barren - verkratzt oder verstaubt; Zahngold - Kronen, Brücken, Inlays, oft wenig appetitlich, manchmal sogar mit Zahnresten daran; Edelmetallabfälle aus der Industrie oder der Schmuckfertigung - das alles und noch mehr wird unter dem Begriff Altgold zusammengefasst.
Der Großteil des Altgoldes ist nicht (mehr) besonders ästhetisch oder schmückend, aber immer noch wertvoll. Altgold lässt sich zu barem Geld machen. Und beim Geld hört bekanntlich die Freundschaft auf. Der Handel mit Altgold ist ein knallhartes Geschäft. Es gibt Verkäufer, Käufer, erfolgreiche Transaktionen, die beide Seiten zufrieden stellen, betrügerische Aktionen und viele Fragen.
Wir von Goettgen Media beschäftigen uns schon seit vielen Jahren mit dem Thema Altgold. In unserem Forum und auf unserem Schmuckportal treten unsere User immer wieder mit Fragen zu verschiedenen Aspekten dieses Themas an unsere Schmuck-Spezialisten heran. Die oft reißerischen Medienberichte häufen sich. Ihre teilweise einseitige Berichterstattung schürt die Hoffnung auf das schnelle Geld ohne vernünftig aufzuklären. Auch beim Erfahrungsaustausch mit den Kollegen ist zu spüren, dass es bei diesem Thema Fragen gibt. Fundierte Fakten über den An- und Verkauf von Altgold sind schwer zu bekommen.
Im vorliegenden Beitrag stecken eine Menge Zeit, Energie und Mühe. Da wir bei Goettgen Media den Anspruch haben, unseren Lesern jederzeit brauchbare Informationen zu bieten, ist uns das Altgold diesen Aufwand wert. Der vorliegende Beitrag soll dazu beitragen, Klarheit zu schaffen, soll Käufern und Verkäufern harte Fakten geben, damit das Geschäft mit dem Altgold für beide Seiten lohnenswert ist.
Wir sind gespannt auf Ihr Feedback und wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.
Berchtesgaden, im November 2009 Martin Wagner Goettgen Media Kontakt: redaktion@goettgen.de
Der Verkauf von Altgold - Das Wichtigste in Kürze:
Zum Altgold zählen alte, ungeliebte oder beschädigte Schmuckstücke (sogenanntes Bruchgold), Reste aus industrieller Fertigung, Zahngold oder Goldmünzen. Altgold ist eine oft ungenutzte finanzielle Ressource, die sich in vielen Haushalten findet.
Was muss man beachten, wenn man Altgold in bares Geld umsetzen möchte?
1. Geschäft ist Geschäft Der Handel mit Altgold ist ein Geschäft wie jedes andere auch, trotz aller Emotionen, die mit der uralten Faszination für das Edelmetall Gold oder den Familienschmuck, der eventuell von Generation zu Generation weitergegeben wurde, zusammenhängen. Im Altgoldhandel interessiert das eher nicht.
2. Nicht zu viel erwarten! Mit dem Altgoldverkauf lässt sich kaum Gewinn erwirtschaften. Der Erlös kann eine nette Summe ergeben, das hängt auch davon ab, wie viel Altgold der Interessent mitbringt. Beim Verkauf den ursprünglichen Einkaufpreis erzielen zu wollen, das ist meist utopisch. Sicherlich kann es passieren, dass das zu verkaufende Schmuckstück mehr einbringt als den reinen Goldwert zum aktuellen Kurs minus die Abschläge des Händlers oder der Scheideanstalt. Die Regel ist das nicht.
Die Erwartungen der Kunden beim Schmuckverkauf weichen oft vom tatsächlich zu erzielenden Betrag ab. Viele Kunden erwarten mehr Geld, als sie bekommen können, es gibt aber auch Kunden, die sich des Wertes ihrer alten Schmuckstücke überhaupt nicht bewusst sind.
Schmuck ist keine Wertanlage
Generell kann man sagen, dass sich Schmuck abgesehen von Sammlerstücken nicht als Geldanlage eignet. Der Vergleich mit einem neu gekauften Auto macht den Wertverlust vielleicht deutlich. Sobald man mit dem neuen Auto den Hof des Händlers verlässt, sinkt der Wagen im Wert. Er wird dadurch nicht wertlos, aber der Neupreis ist bei einem Wiederverkauf in den meisten Fällen nicht mehr erreichbar. So ist es auch beim Schmuck. All die Faktoren, die seinerzeit zum hohen Ankaufspreis beitrugen, wie etwa die geleisteten Arbeitsstunden, die Mehrwertsteuer oder die Gewinnspanne des Händlers, sind nun irrelevant. Auch Schmuckstücke bekannter Marken sind davor nicht geschützt.
Einige wenige Schmuckstücke gelten als "besonders" und erzielen gute Preise bei einem Wiederverkauf, bei allen anderen wiegt der emotionale Wert höher als der mögliche Verkaufspreis. Die Abschläge und Kosten des Aufkäufers mindern den zu erzielenden Preis zusätzlich. Bei einem Verkauf an Zwischenhändler erzielt man möglicherweise weniger als bei einem Direktverkauf zum Beispiel an einen privaten Kontakt. Der Notverkauf, der nicht in aller Ruhe vorbereitet werden kann und bei dem nicht alle möglichen Verkaufsoptionen geprüft werden können, ist finanziell oft ungünstig. Sofern es nicht sein muss, ist von einem Verkauf unter Zeitdruck abzuraten.
Unterscheidungen beim Verkaufspreis
Beim Festlegen eines realistischen Verkaufspreises unterscheidet man in Bezug auf die möglichen Käufergruppen und bei der Art des Schmuckes.
Der Materialwert: vor allem bei Altgold interessant
Bei beschädigten Schmuckstücken, deren Reparatur sich nicht mehr lohnt, bei unmodernem Schmuck oder Massenware zählt oft nur noch der Materialwert. Trauringe fallen meist in diese Kategorie, obwohl es gelegentlich Ausnahmen gibt. Mit Brillanten besetzte Trauringe zum Beispiel können nach einer Umarbeitung durchaus höhere Preise erzielen. Beschädigte oder unbeliebte Armbänder und Halsketten bringen im Falle eines Verkaufs an einen Altgoldhändler aufgrund ihres manchmal hohen Gewichtes durchaus noch etwas ein. Ringe sind nicht so "gewichtig" und dementsprechend bei einem Verkauf nicht sehr lukrativ. Umarbeiten, behalten oder verschenken kann bei Ringen manchmal die bessere Wahl sein. Auch Zahngold fällt, obwohl kein Schmuckstück, in die Kategorie der Stücke, die zum Materialpreis verkauft werden.
Der Materialwert berechnet sich aufgrund der enthaltenen Mengen an Gold, Silber, Platin oder anderen Edelmetallen und liegt meist unter dem Zeitwert und dem ehemaligen Kaufpreis. Bei Edelmetallen ist das Gewicht in Gramm oder Unze, der Feingehalt/die Legierung - für beides gilt: je mehr desto besser- sowie der Tageskurs relevant. Für Edelsteine oder Perlen wird bei der Preisberechnung der jeweils aktuelle Marktwert herangezogen. Vor allem bei kleinen Steinen und Perlen ist hier eher mit geringen Preisen zu rechnen. Das Herausbrechen lohnt oft überhaupt nicht mehr. Beim Ausfassen werden sie womöglich noch beschädigt. Steine, die der Händler nicht ankaufen möchte, gibt er dem Kunden in vielen Fällen wieder mit, damit er diese eventuell woanders verkauft oder sie als Erinnerung behält.
Sofern das Altgold nicht in die oben beschriebenen Kategorien "beschädigt", "unmodern" oder "Massenanfertigung" fällt, gibt es beim zu erzielenden Preis womöglich etwas mehr Spielraum.
Der Zeitwert
Der Zeitwert bemisst sich anhand der durchschnittlichen Marktpreise für vergleichbare Schmuckstücke, ist aber nicht mit dem Neupreis identisch. Interessierte Kunden können sich diesbezüglich an einen Gutachter, Goldschmied oder Juwelier ihres Vertrauens wenden oder, sofern sie selbst ein wenig Ahnung von Schmuck haben, besteht die Möglichkeit, sich in verschiedenen Schmuckbörsen nach vergleichbaren Stücken umsehen. Der Zeitwert wird auch herangezogen, falls ein Schmuckstück zur Pfandleihe gebracht wird oder bei einer Auktion versteigert werden soll.
Der Liebhaberpreis
Im privaten Bereich oder bei einem Kommissionsverkauf lassen sich im besten Fall sehr viel höhere Beträge erzielen als bei einem Verkauf zum Materialwert. Voraussetzung ist ein begeisterter und solventer Käufer. Der Preis hängt davon ab, wie sehr der Interessent am betreffenden Schmuckstück interessiert ist, ob es sich um ein Einzelstück handelt oder ob möglicherweise bei Auktionen von ganz besonders exquisiten Schmuckstücken mehrere Interessenten den Preis hochtreiben. Pauschale Angaben in diesem eher emotionalen Bereich lassen sich hier also kaum treffen.
Wiederbeschaffungswert
Für Altgoldverkaufswillige ist der Wiederbeschaffungswert meist eher uninteressant, denn er weicht vom möglichen Verkaufspreis oft sehr ab. Zur Erklärung des Unterschiedes wird hier trotzdem darauf eingegangen.
Der Wiederbeschaffungswert, auch Verkehrswert, Schätzpreis, Händlerverkaufspreis, Einzelhandelsverkaufspreis, Versicherungs-Taxation, Neuwert oder aktueller Wert genannt, und der möglicherweise zu erzielende Verkaufspreis eines Schmuckstückes können zum Teil erheblich differieren. Die Höhe des Wiederbeschaffungswertes bezieht sich auf den Preis, der zu bezahlen ist, wenn ein Schmuckstück, an dem der Eigentümer sehr hängt, verloren geht oder gestohlen wird. Ein ähnliches Schmuckstück zu finden, kann im Falle von Einzelanfertigungen schwierig und/oder teuer werden.
Schmuckstücke versichern lassen
Dieser Wert ist auch dann interessant, wenn anhand der Wertschätzung zum Beispiel eine Versicherung für das Schmuckstück abgeschlossen werden soll. Bei teuren Stücken ist es immer sinnvoll, ein oder mehrere qualitativ hochwertige Fotos und das Schmuckgutachten sowie die Versicherungspolice an einem sicheren Ort zu hinterlegen. Bei den Versicherungen geht man oft von einer Wertsteigerung des betreffenden Schmuckstückes aus, sodass der Versicherungswert meist über dem Wiederbeschaffungswert liegt. Das hat zur Folge, dass die Beiträge teurer werden.
3. Vor dem Verkauf Informationen einholen und Preise vergleichen
Händler, Goldschmiede und Juweliere können selbstverständlich exakte Preisangaben anhand der Beurteilung der einzelnen Schmuckstücke und unter Berücksichtigung des aktuellen Goldpreises geben. Einen groben Anhaltspunkt in Bezug auf den zu erwartenden Erlös bekommt man auch im Internet über sogenannte Altgoldrechner oder mit der Hilfe von Waage und Taschenrechner. Bevor der Verkaufswillige sein Altgold zum Einschmelzen verkauft, sollte er sich im Zweifelsfall die Meinung eines Experten einholen. Bei manchen Stücken wäre es wirklich schade, wenn diese lediglich zum Einschmelzen verkauft würden.
Details Vor dem Verkauf Informationen einholen und Preise vergleichen
Vor allem, wenn der Verkauf drängt, sind gute Informationen bares Geld wert. Sich mehrere Angebote einzuholen und zu vergleichen, ist hier sinnvoll. Ein versierter Händler kann Ihnen auch sagen, ob für Ihr Altgold ausschließlich der Materialwert angesetzt werden kann oder ob gegebenenfalls "mehr" drin ist. Zur Berechnung des Materialwertes vorab gibt es zwei Hilfsmittel:
Eine Faustformel als Hilfestellung
Mit einer guten Waage und einem Taschenrechner lässt sich zu Hause ausrechnen, wie hoch der Mindestpreis sein sollte. Der Mindestpreis stellt also die untere Grenze dessen, was Sie erzielen sollten, dar. Darunter sollten Sie auf keinen Fall verkaufen!
Gewicht in Gramm x Tageskurs (pro Gramm) x Prozent
Das Gewicht in Gramm ergibt sich beim Wiegen, den aktuellen Tageskurs für Gold findet man im Börsenteil der Tageszeitungen oder auf den Websites von Scheideanstalten. Manchmal wird der Preis pro Unze Gold angegeben. Eine Unze entspricht 31,103477 Gramm. Den Preis für eine Unze teilt man also durch 31,103477, um den Preis pro Gramm zu erhalten.
Bei der Angabe "Prozent" setzt man für Gold 333 (8 Karat) 18 %, für Gold 585 (14 Karat) 32 %, für Gold 750 (18 Karat) 41 %, für Gold 900 (Münzgold) 49 % und für Gold 999 (24 Karat) 55 % ein. Die Angaben zu den Legierungen liest man auf dem Stempel/der Punze oder dem Kaufbeleg ab.
Der Altgoldrechner
Vor allem Altgoldhändler, die bevorzugt im Internet tätig sind, bieten einen sogenannten Altgoldrechner an. Die Eingabe des Stichwortes "Altgoldrechner" in das Eingabefeld einer Suchmaschine ist hier meist zielführend. Dieser Altgoldrechner nimmt dem Verkaufswilligen die Arbeit mit Taschenrechner und Formel ab. Den Gang zur Waage muss man trotzdem auf sich nehmen. Das Gewicht des jeweiligen Schmuckstückes oder des jeweiligen Edelmetalles in Gramm setzt man dann in das betreffende Feld des Rechners ein und klickt auf "Berechen" oder einen Button mit einer vergleichbaren Aufschrift. Ob die Abschläge des Händlers in der Berechnung bereits enthalten sind oder noch nicht, das liest man auf der jeweiligen Website nach.
Die Preisangaben differenzieren bei den verschiedenen Händlern ein wenig, doch mit dem Altgoldrechner bekommt man erste Anhaltspunkte für den Preis. Gelegentlich ist es möglich, nach der Berechnung sofort zum Online-Verkauf des Altgoldes mittels Postversand zu schreiten und sich dadurch den Weg zum Altgoldhändler vor Ort zu ersparen. Das ist Geschmackssache, ob man einen Verkauf per Internet dem Verkauf beim Händler vor Ort vorzieht. Eine kleine Internetrecherche nach dem Namen des jeweiligen Händlers kann sowohl vor dem Online- als auch dem Offline-Verkauf zeigen, ob es negative Kundenstimmen gibt und ob der Händler besser gemieden werden sollte.
Wertschätzung beim Händler, Goldschmied oder Juwelier
Beim Ankäufer wird der Wert des Altgoldes mithilfe seines Sachverstandes und verschiedener Werkzeuge und Prüfmöglichkeiten bestimmt. Mit Pinzetten fixiert der Fachmann das Schmuckstück im Bedarfsfall für die eingehende Betrachtung, Lupen erlauben Detailblicke. Geeichte Waagen geben das exakte Gewicht an. Sollte kein Stempel/keine Punze vorhanden sein oder wenn Zweifel an der Echtheit auftreten, muss mit Schieferplatten oder Königswasser, einer Mischung aus Salz- und Salpetersäure, getestet werden, wobei natürlich versucht wird, den Materialverlust so gering wie möglich zu halten.
Ankäufer haben auch Zugang zu Schmuckkatalogen, Magazinen, Tax-Listen sowie dem Internet, sodass sie im Bedarfsfalls nachschlagen können. Die Prüfung des Goldes oder eines anderen Edelmetalles beim Händler, Goldschmied oder Juwelier ist für wenige Euro zu haben und manchmal sogar kostenlos. Sollte der vorgeschlagene Preis dem potenziellen Kunden nicht zusagen, so kann er seine Schmuckstücke selbstverständlich wieder mitnehmen und einen anderen Händler aufsuchen.
Wer über ausreichend Zeit und Geduld verfügt, der kann für sein Altgold möglicherweise etwas mehr bekommen. Doch oft erinnert sich der Altgoldverkaufswillige erst dann an seinen Bestand, wenn die Zeit drängt. Sofern es nicht unbedingt sein muss, ist von einem kurzfristigen Verkauf abzuraten. Andernfalls ist guter Rat teuer:
Wie erkenne ich einen (un-)seriösen Altgoldhändler
Es gibt leider keine Liste, kein Verzeichnis und auch keine Website, wo seriöse Händler aufgelistet wären. Daher ist es wichtig, dass der Verkaufswillige auch dann, wenn es eilig ist, auf Indizien achtet:
Der Händler wirft die angebotenen Schmuckstücke grob nach Legierungen sortiert ohne Einzelbegutachtung auf die Waage, versperrt dem Kunden den Blick aufs Waagendisplay und überschlägt den Gesamtpreis, ohne Auskunft darüber zu geben, wie sich seine Kalkulation zusammensetzt? Er verzichtet sogar auf das Wiegen? Ist der Händler Belegen und Quittungen gegenüber abgeneigt und das Geschäft existiert auch erst seit kurzer Zeit? - Dann sollte der Kunde sein Altgold wieder einpacken und gehen.
Details Wie erkenne ich einen (un-)seriösen Altgoldhändler
Verständlicherweise wünschen sich viele Altgoldkunden einen vertrauenswürdigen Händler. Diskret soll er sein, ehrlich und fair. Man möchte schließlich nicht über den Tisch gezogen werden. Es gibt kein Verzeichnis seriöser Händler. Altgoldhandel ist Vertrauenssache, jeder muss selbst seine Erfahrungen damit sammeln. Nun folgen eine paar Hinweise, wie man "seinen Altgoldhändler" findet. Unten im Text lesen Sie von einigen Indizien, die zum sofortigen Verlassen des Ladengeschäfts zwingen und auch davon, was einen guten Händler ausmacht.
Freunde und Bekannte fragen
Der einfachste Weg, einen vertrauenswürdigen Händler zu finden, besteht darin, sich im Freundes- und Bekanntenkreis umzuhören. Oft ist es so, dass jemand schon Erfahrungen mit diesem Thema vorzuweisen hat und einem gerne Tipps gibt.
Den "Stamm-Goldschmied" fragen
Wer einen Goldschmied oder Juwelier kennt und dort bereits seit Jahren einkauft, der ist natürlich fein raus. Dort nachzufragen, ob beschädigte Schmuckstücke günstig repariert werden können, ob Ungeliebtes angekauft wird, zum Goldpreis oder vielleicht für ein wenig mehr, das kann nicht schaden. Es mag sein, dass der Goldschmied ein wenig sentimental wird, wenn er das betreffende Schmuckstück, dessen Reparatur nicht mehr lohnt oder das in Ungnade gefallen ist, vor Jahren selbst angefertigt hat und es nun zum Einschmelzen schicken muss oder den Verkauf organisieren soll. Doch für Stammkunden übernimmt er das sicher gerne.
Der "Stamm-Goldschmied" ist also eine gute Anlaufstelle. Falls er das Altgold nicht selbst ankaufen mag, so kennt er bestimmt einen guten Händler. Und wer sein Altgold nicht aus akuter finanzieller Not verkauft, der findet im Laden möglicherweise ein neues Lieblingsstück. So haben alle beteiligten Parteien etwas davon: Der Altgoldkunde bekommt seine Schubladen leer und ein neues Schmuckstück oder Geld. Der Goldschmied hat eventuell etwas Neues verkauft und konnte ein weiteres Mal den Kontakt zum Stammkunden verbessern.
Einen unbekannten Goldschmied oder Juwelier fragen
Den Laden eines Goldschmiedes oder Juweliers aufzusuchen, der einem bis zu diesem Tag unbekannt war, kann eine weitere Möglichkeit sein, das Altgold zu versilbern. Möglicherweise kaufen Goldschmied oder Juwelier selbst an oder können eine gute Anlaufstelle nennen.
Natürlich kann es auch vorkommen, dass der Ansprechpartner etwas genervt ist, wenn am betreffenden Tag bereits 15 Kunden mit einer Altgoldfrage hereinkamen und sich dann doch nicht zum Verkauf durchringen konnten oder einfach nur einen Preisvergleich durchführen wollten. Ein Preisvergleich ist sinnvoll, das ist wohl wahr. Doch auf Seiten der Händler kann das oftmals zu Frustrationen führen. Eine kleine Gebühr als Ausgleich für die entstandene Arbeitszeit ist hier in manchen Fällen nicht unangemessen.
Einen Altgoldhändler finden
In vielen Orten gibt es Altgoldankaufsstellen oder Filialen von Altgoldankaufsketten. Es ist auch möglich, das Altgold an einen Händler über dessen Website zu verkaufen. Dazu sucht man sich mit einer Suchmaschine einen passenden Händler aus. Auf dessen Website wird einem dann genau erklärt, wie die Transaktion abläuft.
Bitte aufpassen: Sich die Website des ausgewählten Händlers genau anzusehen, das ist unbedingt erforderlich. Bei Händlern, die erst seit ganz kurzer Zeit im Geschäft sind, kann Vorsicht angebracht sein. Eventuell sollte man den Laden auch bei einer Suchmaschine eingeben und sich ansehen, was in den Trefferlisten über die jeweilige Firma gesagt wird. Sind die Bewertungen negativ oder irgendwie suspekt, sucht man sich besser einen anderen Händler.
Was einen seriösen Händler ausmacht
Wer sich vor dem Verkauf ein wenig über Altgold informiert hat und dazu über eine gute Menschenkenntnis verfügt, bringt bereits grundlegende Voraussetzungen für einen gewinnbringenden Handel mit. Zusätzlich sollte man noch auf die folgenden Aspekte achten:
Der seriöse Händler richtet sich nach den tagesaktuellen Preisen für Gold und gibt Ihnen für den Verkauf auch eine Quittung. Er erläutert die Details zu seiner Berechnungsgrundlage und beantwortet die Fragen seines Kunden bereitwillig. Falls sich zum Beispiel bei einem Goldschmied viele weitere wartende Kunden im Ladengeschäft aufhalten oder dringende Arbeiten anstehen, vereinbart man besser einen Termin für die Begutachtung des Altgoldes.
Umgang mit der Ware
Ein seriöser Händler nimmt sich Zeit, die angebotene Ware in aller Ruhe zu begutachten. Er wird jedes Stück einzeln ansehen und eine Empfehlung bezüglich der Wahl zwischen Verkauf zum Altgoldpreis, Verkauf auf Kommissionsbasis oder einer Reparatur und anderweitigen Verwendung aussprechen. Einfach nur die Ware grob nach Legierungen zu sortieren und auf die Waage zu werfen, wird ein guter Händler nicht tun. Falls Ihnen jemand den Blick auf die Anzeige der Waage verweigert, sollten Sie mit dieser Person keine Geschäfte abschließen.
Dass bei gebrauchten Uhren das Glas und eventuelle Bestandteile ohne Edelmetallgehalt, zum Beispiel das Laufwerk, entfernt werden, ist normal. Geld gibt es nur für Edelmetalle. Bei Edelsteinen lohnt sich das Ausfassen von kleinen Steinen oft nicht mehr. Diese verbleiben entweder am Altgold oder werden dem Kunden mit nach Hause gegeben, aber nur selten angekauft. Größere Edelsteine müssen unbedingt separat geschätzt werden, denn diese sind manchmal noch durchaus wertvoll.
Zu erzielender Preis
Was dem Kunden ausbezahlt wird, entspricht grundsätzlich nicht dem Wiederverkaufspreis. Die Differenz resultiert aus den Abschlägen des Händlers. Eine erste Vorstellung zum Preis vermittelt Ihnen unser Text zum Thema "Nicht zu viel erwarten".
"Bis zu" Preisangaben, die vor allem in Werbeanzeigen gerne aufgeführt werden, sollte man meiden. In diesen Fällen werden meist extrem hohe Preise genannt, die dann nicht eingehalten werden. Die Mindestpreise sind da schon interessanter. Fragen Sie ruhig danach, bevor Sie einen Termin vereinbaren oder Ihre Ware per Post abschicken.
Bei einem seriösen Händler kann der Kunde sich den Handel ruhig noch einmal überlegen und auch woanders nach den Preisen fragen. Sofern der Kunde zeitnah zurückkommt und der Goldpreis währenddessen stabil blieb, wird sich am Preisvorschlag nicht viel ändern.
Bei einem eiligen Verkauf
Sollten Sie es mit dem Altgoldverkauf wirklich eilig haben, könnte es sein, dass der Ankäufer Ihre Zwangslage bemerkt. Versucht er daraufhin, Sie unter Druck zu setzen und zu einer sofortigen Entscheidung zu zwingen, da er für die vorgeschlagenen Preise zum Beispiel nur eine Stunde garantieren könne, sollten Sie den Laden verlassen und sich einen anderen Händler suchen.
Beim Gang zum Pfandleihhaus bekommt der Kunde keinesfalls einen Kredit in Höhe der Summe, die bei einem Verkauf des Pfandes zu erzielen wäre. Falls die Kreditsumme ausreicht, um laufende Verpflichtungen abzudecken und der Kunde fest damit rechnen kann, sein Pfand baldmöglichst wieder auszulösen, kann das Pfandleihhaus eine akzeptable Möglichkeit zum Verkauf von Lieblingsschmuckstücken sein. In allen anderen Fällen ist das Pfandleihhaus die falsche Anlaufstelle.
Details Das Pfandleihhaus - (k)eine Alternative zum Altgoldverkauf
Dass sich die Pfandleihhäuser durch die Krise und durch die Kreditzurückhaltung der Banken über verstärkte Nachfrage quer durch die verschiedenen Gesellschaftsschichten freuen dürfen, ist nicht von der Hand zu weisen. Wann sich der Weg zum Pfandleiher lohnt, das erzählt Ihnen dieser Text.
Wertvolles nicht für immer verloren
Wertvoller Familienschmuck, mit dem viele Erinnerungen verbunden sind, kann eventuell wieder ausgelöst werden und ist im Gegensatz zu einem finanziell lukrativeren Verkauf nicht vollständig verloren. Bevor man ein Pfandleihhaus aufsucht und dessen Dienste in Anspruch nimmt, sollte man genau überlegen, ob das Geld aus dem Pfandkredit reicht, um die aktuellen Verpflichtungen abzudecken und ob es möglich sein wird, das Pfand in einem angemessenen Zeitraum wieder auszulösen. Kann man sich dessen nicht sicher ist, ist ein Verkauf die bessere Wahl.
Beim Pfandleihhaus bekommt der Kunde durch den Kurzzeitkredit auf jeden Fall weniger als bei einem Verkauf des betreffenden Schmuckstückes, zusätzlich werden Zinsen und Gebühren fällig. Der betreffende Wertgegenstand wird lediglich beliehen und bleibt Eigentum des Kunden. Die Kreditlaufzeit wird vorher abgesprochen. Während dieser Zeit ist das Pfand versichert und wird in Tresoren oder speziell gesicherten Lagerräumen aufbewahrt.
Abwicklung, Zinssätze und Gebühren sind gesetzlich geregelt und können in der "Verordnung über den Geschäftsbetrieb der gewerblichen Pfandleiher" nachgelesen werden. Diese Verordnung ist in jedem Pfandleihhaus einsehbar und oft auch auf den Websites der jeweiligen Pfandleihhäuser aufgeführt.
Pfandleihhäuser - zu Unrecht mit einem miesen Ruf behaftet
Das Image des unbarmherzigen Pfandleihers hält sich nicht erst seit William Shakespeares "Der Kaufmann von Venedig" hartnäckig. Auch Charles Dickens Spruch von den Pfandleihhäusern als "Plätze des Elends und des Jammers" wird immer wieder gerne angeführt. Kaum eine Branche hat mit derartig vielen Vorurteilen zu kämpfen, wie das Pfandleihgewerbe. Pfandleihhäuser gelten als anrüchig, man denkt an dunkle Keller oder vergammelte Hinterzimmer. Diese Vorurteile wurden auch im Laufe unserer Recherchen immer wieder genannt.
Bei den Gesprächen mit verschiedenen Pfandleihern stellte sich aber schnell heraus, dass dieses Bild grundlegend falsch ist. Die Pfandleiher zeigten sich unseren Fragen gegenüber sehr aufgeschlossen. Es ist ihnen wichtig, dass wir hier im Artikel vermitteln, dass Pfandleihhäuser ähnlich einer Bank arbeiten und einen Kredit gegen ein Pfand als Sicherheit gewähren. Der Unterschied zur Bank besteht darin, dass keine Bonitätsprüfung erfolgt und der Vorgang schnell abgewickelt ist. Kann man den Kredit nicht zurückzahlen, ist das Pfand weg. Es wird zur Kostendeckung versteigert. Weitere negative Konsequenzen gibt es nicht.
Was genau passiert im Pfandleihhaus?
Der volljährige Kunde betritt mit seinem Pfand, seinem Personalausweis und einem Kaufvertrag oder Eigentumsnachweis die Geschäftsräume. Dort wird dann der Wert geschätzt und dem Kunden ein Kredit-Angebot unterbreitet. Ist der Kunde damit einverstanden, werden die Formalitäten erledigt und das Pfand wird in Verwahrung genommen. Während der Lagerzeit ist das Pfand versichert.
Der Kunde bekommt einen Pfandschein, der sicher aufbewahrt werden muss, und Bargeld. Sofern die Schätzung nicht allzu viel Zeit in Anspruch nimmt, ist der Kunde nach einer Viertelstunde oft wieder draußen. Sollte einem Kunden der Besuch beim Pfandleiher sichtlich peinlich und unangenehm sein, reagiert das Personal meist sofort, indem es den Betreffenden in einen separaten Nebenraum bittet, der etwas mehr Abgeschiedenheit bietet. Es ist auch möglich, telefonisch einen Termin zu vereinbaren.
Wie wird der Wert festgelegt?
Im Pfandleihhaus werden Experten beschäftigt, die den Wert zuverlässig und fachgerecht ermitteln können. Handwerkszeuge im Pfandleihhaus sind geeichte Waagen, Lupen, Pinzetten, Diamantprüfgeräte, Salpetersäure und Schiefersteine, um den Goldgehalt zu messen. In der Handbücherei stehen Schmuckkataloge, aktuelle Schmuck- und Uhrenmagazine sowie Taxlisten und alles Weitere, was der Experte zur Preiseinschätzung braucht. Für technische Geräte wird der Preis gerne auch online ermittelt.
Was kann man verpfänden?
Als Sicherheit werden im Pfandleihhaus oft Gold, Schmuck, Edelsteine und hochwertige Uhren hinterlegt. Diese Wertgegenstände bringen viel Geld ein, verbrauchen aber nur wenig Lagerplatz. Grundsätzlich kann aber fast jeder Wertgegenstand verpfändet werden, sofern er mit hoher Wahrscheinlichkeit bei einer Versteigerung einen Interessenten fände. Veraltete technische Geräte werden oft nicht mehr angenommen. Bei relativ neuen Geräten wird darauf geachtet, dass auch das Zubehör samt Bedienungsanleitung mitgeliefert wird. Manche Pfandleihhäuser akzeptieren Autos und Maschinen als Pfand. Es soll schon vorgekommen sein, dass Mähdrescher ins Pfandleihhaus gebracht wurden. Das hängt vom jeweiligen Pfandleihhaus ab.
Fälschungen sind ein großes Problem
Bei den Pfandleihhäusern achtet man sehr genau auf die Schulung der Mitarbeiter. Diese müssen in der Lage sein, zum Beispiel echte Uhren von Plagiaten zu unterscheiden. Da die Qualität der Fälschungen zum Teil wirklich gut ist, muss hier konstant genau geprüft und umfassend geschult werden.
Die "typische" Klientel eines Pfandleihhauses
Menschen, die dauerhaft mit finanziellen Problemen zu kämpfen haben, finden eher selten den Weg ins Pfandleihhaus, denn ihnen fehlt oft die Möglichkeit, das hinterlegte Pfand wieder auszulösen. Diese Zielgruppe verkauft Wertgegenstände, sofern vorhanden, eher sofort, anstatt sie zu beleihen. Die Kunden von Pfandleihhäusern sind eher Menschen aus allen Gesellschaftsschichten, die schnell Geld brauchen.
Bis zur Rückzahlung vergehen meist nur wenige Tage oder Wochen. Manchmal muss eben die Zeit bis zum nächsten Geldeingang auf dem Konto überbrückt werden, da sich unerwartet ein finanzielles Problem gezeigt hat. In diesem Fall fragt man entweder Freunde, Familie oder Bekannte nach finanziellem Beistand oder wendet sich an ein Pfandleihhaus.
Vor allem in der Zeit vor dem Monatsende sind die Pfandleihhäuser gut besucht. Diese berichten auch von Stammkunden, die regelmäßig kurz vor Monatsende und dann wieder nach Monatsanfang sowie Geldeingang im Pfandleihhaus anzutreffen sind. Ein Großteil der verpfändeten Wertgegenstände wird wieder eingelöst, nur ein kleiner Rest bleibt im Lager der Pfandleihe und wird dann nach Ablauf der Leihfrist zur Deckung der Kosten versteigert. Ein eventueller Überschuss steht dem Inhaber des Pfandscheins zu.
Wie viel Geld bekommt man im Pfandleihhaus?
Die Kreditsumme hängt vom Pfand ab. Grundsätzlich sind Kredite vom Minibetrag bis hin zu Beträgen im fünfstelligen Euro-Bereich möglich. 200 bis 250 Euro sind in etwa die durchschnittliche Kreditsumme. Der derzeitig hohe Goldpreis wirkt sich positiv auf das Geschäft aus, da man für Goldschmuck jetzt eine höhere Kreditsumme erzielen kann. Dabei zählt nicht allein der Wert des Materials, sondern auch der Zeitwert.
Weitere Informationen
Wer es ganz genau wissen möchte, fragt einfach einen Pfandhändler des Vertrauens. Haben wir auch getan, war wirklich nicht schlimm. Weitere Informationen finden sich außerdem auf der Website des Zentralverbands des Deutschen Pfandkreditgewerbes e.V., dem fast 200 Pfandleihhäuser angeschlossen sind.
Der Verkauf auf Komissionsbasis kann sich finanziell lohnen, doch er erfordert Zeit. Hat man das Glück, einen Schmuckliebhaber zu finden, der sich für das vom Goldschmied in Kommission genommene Schmuckstück interessiert, so lässt sich womöglich ein annehmbarer Preis über dem Goldwert erzielen. Aber es kann dauern, bis sich ein Interessent findet. Bei einem drängenden Finanzproblem ist das nicht der geeignete Weg, denn das Geld fließt nicht sofort.
Für hochwertige Schmuckstücke oder Einzelanfertigungen, die zum Einschmelzen zu schade sind, empfiehlt sich eventuell ein Verkauf auf Kommissionsbasis. Derartige Verkäufe sind im Schmuckbereich durchaus nicht unüblich. Ein Goldschmied oder Juwelier kann Ihnen ganz genau sagen, ob diese Möglichkeit für Ihr Schmuckstück/Ihre Schmuckstücke in Frage kommt. Im besten Fall bestehen seit Jahren gute Kontakte zum möglichen fachkundigen Verkaufshelfer, der den Kommissionsverkauf übernimmt oder zumindest eine gute Anlaufstelle nennen kann. Andernfalls holt man sich bei Freunden, Familie, Bekannten oder im Internet Empfehlungen ein, nimmt Kontakt auf und entscheidet sich dann für einen Verkaufspartner.
Kommissionsverkauf- Was ist das?
Bei einem Verkauf auf Kommissionsbasis übernimmt der Kommissionär, zum Beispiel ein Goldschmied, der das Schmuckstück zwar nicht selbst ankaufen mag, aber gerne den Verkauf im Auftrag regelt, das Schmuckstück vom Kommittenten bzw. vom rechtmäßigen Eigentümer. Da der Goldschmied oder Juwelier fachlich kompetent ist und das Interesse seiner Kundschaft abschätzen kann, lassen sich sicherlich realistische Absprachen treffen. Der Fachmann wird auch eine Einschätzung bezüglich der Echtheit des Schmucks, zu den verwendeten Materialien und zum Wert abgeben. Schriftliche Gutachten dauern oft ein wenig und sind gesondert zu bezahlen.
Wie läuft das genau ab?
Die Vertragspartner treffen Vereinbarungen bezüglich des zu verkaufenden Schmuckstückes und fixieren diese gegebenenfalls schriftlich. Zum Beispiel wird über die Höhe der Provision für den Kommissionär, einen eventuellen Mindestpreis und die Laufzeit der Ausstellung des Schmuckstückes im Ladengeschäft verhandelt. Gelegentlich sind die Aufwendungen des Kommissionärs im Verkaufsfall bereits durch die Provision vollständig abgegolten, andernfalls werden zusätzliche Gebühren fällig. Verlangt der Verkäufer das Schmuckstück vor Ablauf der vereinbarten Zeit zurück, kostet das manchmal extra.
Nach der Reinigung und/oder der Reparatur wird das Schmuckstück im Ladengeschäft des Kommissionärs ausgestellt und potenziellen Käufern gezeigt. Findet sich ein ernsthafter Interessent, so tätigt der Kommissionär das Ausführungsgeschäft, das heißt, er übergibt dem Käufer die Ware und nimmt das Geld aufgrund des Kaufpreisanspruches zunächst selbst entgegen. Durch die Absprache mit dem ursprünglichen Eigentümer ist er dazu verpflichtet den Kaufpreis abzüglich der vereinbarten Abschläge, der Provision oder zu erstattender Aufwendungen, an den Auftraggeber weiterzugeben. Nach Ablauf der vereinbarten Ausstellungszeit können Sie als Eigentümer Ihr unverkauftes Schmuckstück wieder abholen oder auf Wunsch eine Verlängerung der Ausstellungszeit vereinbaren.
Welchen Nutzen hab ich davon?
Wie eingangs erwähnt, eignet sich der Verkauf auf Kommissionsbasis auf keinen Fall dazu, akute finanzielle Probleme zu beheben. Der Kommissionär kauft das Schmuckstück nicht selbst an, er präsentiert es lediglich in Ihrem Auftrag seinen Kunden. Sie als Verkäufer müssen sich beim Kommissionsverkauf nach den anfänglichen Absprachen über Preis, Gebühren, Provision und Ausstellungsdauer nicht weiter um den Verkauf kümmern, sondern können in aller Ruhe das Ergebnis abwarten.
Es kann durchaus etwas dauern, bis sich ein Käufer für Ihr Schmuckstück findet, dafür bekommen Sie im Erfolgsfall aber mehr Geld als bei einem Verkauf zum Materialwert. Als Goldschmied oder Juwelier hat Ihr Kommissionär bessere Möglichkeiten, das Schmuckstück verkauft zu bekommen, als Sie. Ein hochwertiges Schmuckstück kauft man eben doch lieber bei einem Profi, der fachgerecht beraten kann.
Im Normalfall wird der Kommissionär nur Schmuckstücke annehmen, von deren Chancen er überzeugt ist. Sollte sich wider Erwarten herausstellen, dass das Schmuckstück keinen Interessenten zum Kauf verführt, so kann der rechtmäßige Eigentümer das Schmuckstück wieder an sich nehmen und anderweitig verkaufen, verschenken oder bei sich behalten. Die Erfolgsprovision für den Goldschmied oder Juwelier erübrigt sich dann. Ein Entgelt für entstandene Auslagen wird trotzdem fällig. Der Goldschmied oder Juwelier, der den Verkauf des Schmuckstückes übernimmt, trägt eher wenig unternehmerisches Risiko, da er nicht selbst ankauft. Außerdem werden seine Aufwendungen auf jeden Fall erstattet. Daher ist das Kommissionsgeschäft für beide Seiten interessant.
Weitere Informationen und Ansprechpartner für den Schmuckverkauf auf Kommissionsbasis finden Sie in unserem Schmuckforum.
Die obengenannten Aspekte orientieren sich hauptsächlich an Verkäufern in Zeitnot. Dieser Unterpunkt widmet sich den Aspekten des Altgoldhandels, die bei einem dringenden Verkauf nicht im Vordergrund stehen.
Altgoldhandel - ein großes Thema:
Mythos Gold, der Goldpreis, Marktentwicklungen, die Krise, der richtige Verkaufszeitpunkt, eBay, Goldversand, die Vorgänge in der Scheideanstalt, Goldrecycling, andere Edelmetalle bis hin zur vermeintlich typischen Klientel: Für alle, die es genau wissen wollen - siehe die Details...
Details Die "beliebtesten" Vorurteile zum Verkauf von Altgold
Wir haben nachfolgend die am häufigsten genannten Vorurteile zusammengestellt und sorgen für ein wenig Aufklärung.
Altgoldverkauf ist anrüchig!
Der Handel mit Altgold ist ein Geschäft, in dem emotionale Werte oder mit dem Schmuck verbundene Erinnerungen nicht zählen. Der Verkäufer bekommt etwas Geld, auch der Zwischenhändler verdient ein wenig daran. Durch den Altgoldverkauf werden zudem wichtige Rohstoffressourcen mittels der Prozesse in der Scheideanstalt wieder dem Goldkreislauf zugeführt. Anrüchig ist das nicht.
Altgoldverkauf ist nichts für Reiche
Im Laufe unserer Recherchen hörten wir immer wieder, dass Altgoldverkauf etwas sei, was nur die -diplomatisch ausgedrückt - einfachen Menschen betreffen würde. Ein Anruf bei einer Schuldnerberatung brachte uns diesbezüglich Klarheit. Wir wollten wissen, ob Altgold für deren Klienten ein Thema sei. Man sagte uns, dass die Menschen, die sich an eine Schuldnerberatung wenden oder seit längerer Zeit arbeitslos sind, im wahrsten Sinne des Wortes nichts mehr haben. Und erst recht keinen ungeliebten oder defekten Schmuck, den sie noch verkaufen könnten.
Nur Omas haben Altgold
Das Klischee von der Oma, die jede Menge Altgold in der Schublade bunkert, hält sich hartnäckig. Das ist nicht völlig von der Hand zu weisen, schließlich gibt es genug Erbstücke, die dann aus dem Nachlass verkauft werden. Aber Oma oder Opa sind sicher nicht die einzigen Verkäufer oder "Quellen" für Altgold. Es gibt da noch die Dame, die die Schmuckgeschenke ihrer Ex-Geliebten verkauft, den älteren Herren, der seiner Münzsammlung überdrüssig wurde, die Durchschnitts-Familie, die beim Entrümpeln auf dem Dachboden ein altes Silberbesteck fand, den Zahnarztpatienten, der Zahngold mit nach Hause bekommen hat… Jeder, der Schmuck besitzt oder mit entferntem Zahngold vom Zahnarzt zurückkam, ist ein potenzieller Altgoldverkäufer.
Wie viel Altgold findet sich denn schon in einem durchschnittlichen Haushalt?!
Es wäre wohl ein außergewöhnliches Ereignis, in einem privaten Haushalt kiloweise alten Schmuck zu finden. Zwei oder drei gerissene Ketten, ein paar Ringe, die nicht mehr getragen werden oder vielleicht ein Armband, das nicht mehr gefällt - in diesen Mengen ist Altgold sehr häufig anzutreffen. Vielleicht gibt es dann noch ein paar unflüssige Schmuckgeschenke oder Erbstücke. Im Laufe der Jahre sammelt sich so manches in den Schubladen an, was sich gut verkaufen lässt.
Altgold oder Bruchgold fällt doch nur in der Industrie an
Sicherlich fallen bei industriellen Prozessen immer wieder edelmetallhaltige Rückstände an. Die betreffenden Firmen haben dann meist feste Direktverträge mit einer Scheideanstalt und verzichten auf Zwischenhändler. Dennoch ist die Industrie nicht der einzige "Produzent" von Altgold oder Bruchgold. Ein normaler Haushalt erreicht zwar nie die Bruchgoldmenge eines Betriebes, aber wenn man die derzeitigen Goldpreise per Gramm oder Unze betrachtet, braucht es keine Kilomengen, um die Haushaltskasse ein wenig aufzubessern.
Altgoldverkauf ist ein Phänomen der Krise
Während einer Finanzkrise oder bei verlockend hohen Goldpreisen wird gerne Altgold verkauft. Das ist wahr. Ist der Goldpreis hoch, bekommt man mehr für sein Altgold als im umgekehrten Fall. Der Handel mit Altgold findet aber auch zu anderen Zeitpunkten statt. Beschädigte und unerwünschte Schmuckstücke gibt es immer wieder. Mit dem Geld aus dem Verkauf und einem kleinen oder größeren Zuschuss kauft sich der Schmuckliebhaber in wirtschaftlich günstigeren Zeiten womöglich mit höherer Wahrscheinlichkeit ein schönes neues Schmuckstück oder einen anderen Luxusgegenstand, anstatt das Geld zu sparen oder für Lebensnotwendiges auszugeben.
Falls Ihnen weitere Vorurteile begegnen sollten, können Sie diese in unserem Schmuckforum gerne zur Diskussion stellen.
Gold und Goldmarkt
Die Faszination für Gold gibt es, seit die Menschen dieses Edelmetall zum ersten Mal fanden und das ist über 6000 Jahre her. Das Verlangen danach, Gold in Form von Schmuck zu tragen, bleibt ungebrochen stark. Die Geschichten aus den Zeiten des Goldrausches werden immer noch gerne erzählt. Ein Teil der Faszination kommt sicherlich auch daher, dass die Goldvorkommen limitiert sind. Es heißt, dass alles Gold dieser Erde in einem Würfel mit einer Kantenlänge von nur 19 m Platz hätte. Die Gesamtfördermenge beläuft sich nach Schätzungen auf etwa 125.000 Tonnen. Auch die Edelmetalle Silber, Platin sowie Palladium, das für Weißgold-Legierungen gebraucht wird, sind nicht nur als Schmuckmetalle sehr begehrt.
Wohin fließt das Gold?
Das Gold aus den Minen oder dem Goldrecycling durch die Scheideanstalten fließt zu etwa 60 Prozent in die Schmuckindustrie. Saisonale Einflüsse bestimmen dabei global gesehen den Markt. In Deutschland und Europa wird gerne zur Weihnachtszeit Schmuck gekauft und verschenkt. In China und Indien findet der Schmuckboom eher zu Neujahr bzw. zur Hochzeitssaison zum Frühjahrsanfang statt. Seit viele Währungen von den Goldreserven abgekoppelt wurden, hat die Goldmenge in den Zentralbanken abgenommen. Für industrielle Zwecke und als Wertanlage ist Gold weiterhin gefragt.
Gold als Material
Gold ist ein sehr weiches Material, das sich leicht verbiegen und formen lässt. Erst dadurch wird es möglich, Schmuck oder Münzen daraus herzustellen. Feingold, also Gold 999 mit 24 Karat, kann dafür nicht verwendet werden, es muss erst härter gemacht werden. Dazu wird es geschmolzen und mit härtenden Metallen vermischt. Das entstandene Metallgemisch nennt sich Legierung. Wie viel Gold beispielsweise in einem Schmuckstück enthalten ist, kann man mit einem Blick auf die Punze erkennen. Das ist die kleine Nummer, die in jedes Schmuckstück einpunziert ist und die seinen genauen Wert angibt. Abhängig von der Legierung werden unterschiedliche Nummern verteilt, eine Legierung besteht immer aus 1000 Teilen. Enthält sie 33,3 % Gold, also 333 Teile oder 8 Karat, so wird das Schmuckstück mit der Nummer 333 gekennzeichnet. Gebräuchlich für Schmuck sind auch Gold 375 (9 Karat), Gold 585 (14 Karat), Gold 750 (18 Karat) und Gold 833 (20 Karat). Je mehr Gold ein Schmuckstück enthält, desto höher ist also die Nummer und somit auch der Erlös, der beim Verkauf erzielt werden kann. Alles unter Gold 333 darf übrigens in Deutschland nicht mehr als Gold bezeichnet werden.
Der hohe Goldpreis
Die Nachfrage nach Gold vor allem im Werteanlagebereich als physisches Gold ist ungebrochen stark. Der Goldpreis steigt nun schon seit Jahren an. Es gibt Prognosen, die davon ausgehen, dass das auch in den kommenden Jahren so bleiben wird. Da allerdings viele Faktoren auf den Goldpreis einwirken, gibt es keine Garantien. Die derzeitigen politischen und sozialen Strukturen könnten diesen Trend begünstigen. In unsicheren Zeiten greift man eben doch wieder zum Gold.
Auswirkungen des hohen Goldpreises auf den Altgoldhandel
Die Verkaufswilligen bemerken den derzeitig verlockend hohen Goldpreis. Sie berücksichtigen oftmals nicht, dass der Preis für Altgold abhängig vom Feingehalt und den Gebühren der Händler und Scheideanstalten, immer unter dem aktuellen Tagespreis bleiben muss und sind dann manchmal enttäuscht. Kurssteigerungen führen aber nicht nur in Krisenzeiten mit einigen Wochen Verzögerung zu einem erhöhten Verkaufsaufkommen. Es dauert eben immer eine Weile, bis sich Kursschwankungen in der Bevölkerung herumsprechen.
Lange vor den Verkäufern reagieren bereits die Ankäufer. Sobald der Goldpreis steigt, zeigt sich die Schmuckindustrie, die der wichtigste Abnehmer des Rohstoffes Gold ist, bei Goldkäufen etwas zurückhaltender, während mehr Altgold auf den Markt kommt. Sobald der Goldpreis sinkt, kehren sich die Verhältnisse meist wieder um. Die derzeitige Krise führte dazu, dass bei jedem Goldpreis verkauft und nicht zwangsläufig auf noch höhere Preise gewartet wird. Der Bedarf an Bargeld steht eben im Vordergrund und zwar nicht nur in Deutschland. Beim Goldabbau in den Mienen hat man mit den gestiegenen Kosten, unter anderem für Energie zu kämpfen, weshalb die Freude über den hohen Goldpreis gedämpft wird. Daher ist das Recycling der Scheideanstalten ein wichtiger Faktor, um den Goldbedarf abzudecken.
Der richtige Verkaufszeitpunkt für Altgold
Den perfekten Zeitpunkt für einen Verkauf gibt es eher selten. Zu sagen, dass es gute und schlechte Verkaufsphasen oder Verkaufsvoraussetzungen gibt, das ist wohl nicht übertrieben. Der hohe Goldpreis lockt natürlich Verkäufer und Ankäufer an. Nur versierte Fachleute können die weitere Entwicklung des Goldpreises abschätzen. Ob es sich daher lohnt, mit einem Verkauf zu warten, kann hier nicht beantwortet werden. Schmuck und vor allem Altgold sind aber generell keine Wertanlage. Diese Dinge in der Hoffnung auf eine Wertsteigerung zu "bunkern" hat wenig Sinn. In Sachen vernünftige Geldanlage befragt man besser einen Fachmann.
Wer dringend verkaufen muss, wird für derartige Überlegungen wenig übrig haben, alle anderen können sich sehr ausführlich informieren und dann eine Entscheidung treffen. Hier einige Hinweise für beide Verkäufergruppen:
Wenn der Verkauf eilt
Falls das Geld aus dem Altgoldverkauf dringend gebraucht wird, muss der Verkauf eben sofort sein. In diesem Fall sollte man wenigstens mehrere Händler aufsuchen und die Preise vergleichen. Eine Nacht zu überschlafen, ob der finanzielle Gewinn den ideellen und emotionalen Verlust des Schmucks aufwiegt, kann nicht schaden. Die Möglichkeit, den Schmuck in die Pfandleihe zu bringen, um dort einen Kredit dafür zu bekommen, sollte ebenfalls geprüft werden. Dort werden zwar Zinsen und Gebühren fällig und die Kreditsumme ist bei Weitem nicht so hoch wie die bei einem Verkauf zu erzielende Summe, doch der Schmuck ist im besten Fall nicht für immer verloren. Manche Schmuckstücke können für mehr als nur den Materialwert verkauft werden. Eine Wertschätzung durch den Fachmann ist daher nützlich, eventuell bekommt man dort auch Tipps zu Verkaufsmöglichkeiten.
Nach dem Verkauf
Nach dem erfolgreich abgeschlossenen Verkauf und der Entgegennahme des Geldes vermeidet man es besser, weiterhin die Goldpreise zu verfolgen, sofern keine weiteren Schmuckstücke zu verkaufen sind oder zumindest solange, bis die emotionale Distanzierung greift. Sich im Nachhinein noch darüber zu ärgern, dass zu früh oder zu spät verkauft wurde, ist vergeudete Energie.
Der Verkauf hat Zeit
Falls der Verkauf nicht eilt, so kann der Verkaufswillige in aller Ruhe die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten prüfen. Handelt es sich wirklich nur um Altgold, das zum Materialwert verkauft werden muss, wartet man eben, bis die Preise sich vielversprechend entwickelt haben, und sucht dann einen Händler, Goldschmied oder Juwelier des Vertrauens auf.
Bei Schmuckstücken, die über dem Materialwert verkauft werden können, lohnt es sich, die Möglichkeiten zu prüfen und sich im Zweifelsfall bei einem Experten Rat und eine Wertschätzung einzuholen. Bei einem Verkauf auf Kommissionsbasis kann sich der Eigentümer sein Schmuckstück gegen Gebühr vor Ablauf der vereinbarten Vertragslaufzeit wieder zurückholen, sofern er doch nicht verkaufen möchte. Auch hier gilt: Sobald der Verkauf abgeschlossen ist, am besten nicht mehr darüber nachdenken, ob sich vielleicht doch noch irgendwie mehr Geld hätte herausholen lassen. Das Geld aus dem Verkauf in ein schönes neues Schmuckstück zu investieren, das ist bestimmt ein angenehmer Trost.
Der Versand von Altgold
Beim Versand sollte man gut aufpassen, damit die Kostbarkeiten auch ohne Schaden und sicher am Zielort ankommen. Manchmal werden die Versandkosten vom Händler erstattet. Zwei Punkte müssen vor dem Versand unbedingt berücksichtigt werden:
Gut einpacken und vorsichtig beschriften
Wer Altgold per Post versendet, sollte es aus naheliegenden Gründen unbedingt vermeiden, auf die Sendung "Goldversand" oder "Zahngold" oder Ähnliches zu schreiben. Scheideanstalten und versierte Händler bieten ihren Kunden oftmals neutrale Adressen oder Postfächer speziell für Wertsendungen an, sodass von der Zieladresse nicht sofort auf den Inhalt des Paketes geschlossen werden kann. Die zu versendenden Schmuckstücke verpackt man am besten jeweils einzeln in Zeitungspapier, Packpapier oder Luftpolsterfolie mit Noppen. Danach steckt man die kleinen Päckchen in eine stabile Versandtasche oder bei größeren Mengen in ein Paket mit Füllflocken aus Schaumstoff, damit es auf dem Weg zum Händler keine Beschädigungen gibt.
Valorenversand
Je nach Absprache müssen der Sendung ein Eigentumsnachweis, eine Kopie des Personalausweises und eventuell weitere Dokumente beiliegen. Generell empfiehlt sich für Schmuckstücke, die einen hohen Wert haben, bzw. für sogenannte Valoren, also Wertsachen, Schmuck, Wertpapiere und sogar Banknoten, der Versand als versichertes Postpaket. Abhängig davon, wer den Versand übernehmen soll, gibt es Obergrenzen (z.B. bis 500 Euro) zu beachten. Gegenstände mit einem höheren Wert werden entweder abgelehnt oder es sind nicht unerhebliche Aufschläge fällig. Es gibt auch Anbieter, die den Transport von Valoren grundsätzlich verweigern.
Pauschale Angaben können an dieser Stelle nicht gemacht werden. Wir möchten keinen Versanddienst durch eine namentliche Nennung begünstigen. Bei besonders hochwertigem Schmuck sollte der betreffende Händler nach einem zuverlässigen Abholdienst gefragt werden.
Altgold und eBay
Das Internet ist aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Das gilt auch in Sachen Schmuck oder Altgold. Wir haben hier in aller Kürze die wichtigsten Hinweise zusammengefasst. Zum Thema Betrug auf eBay kann hier nicht eingegangen werden.
Kein Altgold bei eBay ankaufen
Es mag verlockend sein, die hohen Goldpreise zu nutzen und gezielt Altgold bei eBay oder vergleichbaren Plattformen anzukaufen, in der Hoffnung dieses gewinnbringend weiterverkaufen zu können. Dabei sollte man allerdings beachten, dass selbst Profis manchmal Probleme haben, Schmuck allein aufgrund von Fotos zu begutachten und eine korrekte Schätzung abzugeben. Insofern ist es für einen Laien natürlich noch schwerer, eine passende Einschätzung der angebotenen Ware zu vorzunehmen. Sofern das Fachwissen fehlt, sollte man von derartigen Käufen, vor allem im hochpreisigen Bereich, besser die Finger lassen.
Schmuckverkauf über eBay
Ein Schmuckverkauf bei eBay oder vergleichbaren Internetplattformen ist im Grunde genommen vergleichbar mit einem normalen offline Verkauf an Privatpersonen. Es kommt eben darauf an, ob sich für das angebotene Schmuckstücke Interessenten finden, die bereit sind, einen akzeptablen oder guten Preis zu bezahlen. Pauschale Aussagen kann man hierzu an dieser Stelle nicht treffen.
Bei einem Verkauf über eBay kommt allerdings erschwerend hinzu, dass jeder der in gutem Glauben Schmuckstücke zum Verkauf anbietet, die zum Beispiel einen geringeren Feingehalt aufweisen als der Stempel/die Punzierung das behauptet, trotz Unkenntnis oder Unwissenheit im Zweifelsfall nicht vor Unannehmlichkeiten geschützt ist. Sofern eine böswillige Absicht nachgewiesen werden kann, ergeben sich daraus eventuell schwerwiegende Konsequenzen.
Falls Sie ein wirklich hochwertiges Schmuckstück verkaufen möchten, lohnt es sich womöglich, bei einem Goldschmied oder Juwelier Ihres Vertrauens um eine Wertschätzung und um das Aufzeigen von verschiedenen Verkaufsmöglichkeiten zu bitten. Eventuell ist der Verkauf auf Kommissionsbasis eine gute Alternative.
Trotzdem viel Vergnügen bei eBay!
Mit unseren Hinweisen wollten wir Ihnen keineswegs den Spaß auf eBay vermiesen. Mit einer guten Portion gesundem Menschenverstand und Kenntnis der Materie lassen sich sicherlich gute Schnäppchen machen. Bei jedem Kauf oder Verkauf von hochwertigem Schmuck sollte auf jeden Fall auf einen versicherten Versand und eine geregelte Bezahlung geachtet werden.
Schmuckbewertungen
In unserem Forum können Sie hier die anwesenden Schmuckexperten um Bewertungen bitten. Allerdings werden dort keine Beurteilungen laufender eBay-Versteigerungen vorgenommen und auch nachträgliche Einschätzungen zu bei eBay gekauften Stücken werden vermieden.
Altgold und Verbraucherschutz
In den Medien wird immer wieder gerne auf Aussagen von Verbraucherschützern verwiesen, die vor unseriösen Händlern warnen. Im Rahmen der Recherchen haben wir daher mehrfach und mit verschiedenen Anrufern beim Bundesverband der Verbraucherzentrale und bei verschiedenen Verbraucherzentralen der Bundesländer angerufen. Die Auskünfte waren eindeutig.
Für den Verbraucherschutz ist Altgold bislang kein Thema. Momentan besteht nach Aussagen des Verbraucherschutzes Bayern in Sachen Altgold kein Handlungsbedarf. Es sind bei der Serviceline keine diesbezügliche Anfragen angekommen.
In der Rechtsabteilung der Verbraucherschutzzentrale Bayern wurden wir schließlich "fündig", zumindest haben wir jemanden gefunden, der sich ausführlich mit uns über das Thema Altgold unterhalten hat. Wir bekamen Folgendes gesagt: Altgoldverkäufer verkaufen ihr Altgold, bekommen ihr Geld und haben dadurch keinen Grund, sich noch an den Verbraucherschutz zu wenden. Selbst wenn es einen Grund gäbe, so wird vermutlich aus Scham auf Nachfragen beim Verbraucherschutz verzichtet.
Stiftung Warentest
Die Stiftung Warentest hat sich nach unseren Recherchen mit dem Thema Altgold zwar befasst, doch nur auf eine eher oberflächliche Weise. Es gab in diesem schon etwas älteren Bericht, der von verschiedenen Händlern mit Begeisterung zitiert wird, ein paar Informationen zum Thema Altgold, dem hohen Goldpreis, zu den Kaufformalitäten und die üblichen Preisvergleiche bei verschiedenen Händlern. Das Fazit des Artikels liest sich etwa so: Vor dem Verkauf Preise vergleichen, Informationen einholen und unseriöse Händler meiden.
Gibt es eine typische Altgoldklientel?
Fundierte Informationen stehen bei Altgoldverkaufswilligen hoch im Kurs, denn die Unkenntnis ist groß. Viele gehen einfach davon aus, dass der Altgoldankäufer den Schmuck nur kurz betrachten muss oder auch ohne Betrachten auskommt und schon ist der Preisvorschlag fertig. Durch unseren Leitfaden konnten wir diesbezüglich hoffentlich für ein wenig Aufklärung sorgen.
Grundsätzlich kann man sagen, dass Altgoldverkauf in allen sozialen Schichten stattfindet. Personengruppen, die wenig oder nichts haben, sind diesbezüglich eine Ausnahme. Ansonsten ist jeder, der edelmetallhaltigen Schmuck besitzt oder über Zahngold verfügt, ein potenzieller Altgoldverkäufer. Es gibt Menschen, die ungeliebten oder beschädigten Schmuck zuhause aufbewahren und es gibt andere, die diesen verkaufen, bevor die Erben das gegebenenfalls tun. Das ist eine individuelle Entscheidung.
Aus Sicht von Goldschmieden und Juwelieren gibt es verschiedene Kundengruppen:
Stammkunden
Jeder Goldschmied oder Juwelier freut sich über Kunden, die ihm vielleicht schon seit langen Jahren die Treue halten und immer einmal wieder in den Laden kommen und etwas kaufen. Wenn diese Kundengruppe Altgold verkaufen möchte, wird sich der betreffende Fachmann entgegenkommend zeigen. Entweder er kauft das Altgold selbst an oder er kann bei der Auswahl eines geeigneten Ankäufers helfen.
Altgold-Touristen
Kunden, die einen Laden zum Zwecke des Altgoldverkaufes zum ersten Mal betreten und vielleicht nach der Wertschätzung ohne Verkauf wieder verschwinden, sind wohl nicht überall besonders gerne gesehen. Sich höflich zu benehmen, auch wenn einem der Preisvorschlag nicht gefällt und das Geld wirklich dringend benötigt wird, das sollte selbstverständlich sein. Falls man einen guten Draht zum Goldschmied oder Juwelier findet, so wird der Kunde eines Tages womöglich zum Einkaufen zurückkehren. Dass der Ankäufer vielleicht an diesem Tag schon mehrere Altgoldverkaufswillige hatte, die ihre Wertsachen wieder eingepackt haben, aber den Goldschmied oder Juwelier dennoch einige Zeit in Anspruch nahmen, darf man nicht vergessen. Mit ein wenig Feingefühl auf beiden Seiten lässt sich das sicherlich in den Griff bekommen.
Weitere Kundengruppen
Es gibt dann natürlich auch noch die Kunden, denen es Freude bereitet, aus ihrem Altgold so viel Geld wie möglich herauszuholen, die allerdings nicht unter Zeit- oder Finanzdruck stehen. Hier findet sich sicherlich eine einvernehmliche Lösung. Kunden, die ihre Angelegenheiten ordnen wollen, sind auch nicht allzu selten. Dann gibt es noch die, die eher zufällig mitbekommen, dass sie für alten Schmuck womöglich ein wenig Geld bekommen können, das man dann für neuen Schmuck ausgeben kann. Die Möglichkeiten sind also vielfältig.
Die Vorgänge in der Scheideanstalt
An den Vorgängen in der Scheideanstalt ist absolut nicht Mysteriöses, dennoch weiß unter den Altgoldverkaufswilligen kaum jemand darüber Bescheid. Manchmal bieten Scheideanstalten die Möglichkeit, sich die Prozesse vor Ort anzusehen. Wen es interessiert, kann einmal bei einer Scheideanstalt in der Nähe nachfragen. Vielleicht lässt sich etwas machen. Nachfolgend einer kleiner Einblick in die Materie.
Aus Altgold wird Scheidgut
Gold ist sehr gefragt, aber knapp, da lohnt es sich durchaus, Recycling zu betreiben. Natürlich wird darauf geachtet, dass die entstehenden Schadstoffe schön unter Kontrolle bleiben. Für die Scheideanstalt ist es zunächst nicht von Belang, ob die angelieferte Ware aus dem Edelmetall- oder Altgold-Ankauf, aus Zahngold, Schmuck, Bruchgold, Nuggets oder industriellen Abfällen besteht. Was zählt, ist der Gehalt an Edelmetallen sowie der Gehalt an ab sofort überflüssigen Substanzen. Daraus ergibt sich der Weg, der in der Scheideanstalt eingeschlagen werden muss.
Schmuck wird eingeschmolzen
Scheidgut in Form von Schmuck wird zunächst bei über 1000 Grad Celsius eingeschmolzen. Danach wird ein rechteckiger Barren, auch Plantsche genannt, gegossen und anschließend gesäubert. Mithilfe verschiedener Methoden wird eine quantitative Analyse in Bezug auf die vorhandenen Edelmetalle durchgeführt. Danach kann man den Barren scheiden.
Gekrätz braucht einen Zwischenschritt
Bei Gekrätz, wie zum Beispiel Einbettmassen, Strahlsand, Rückständen aus diversen Filtern oder Tiegeln gibt es viele Verunreinigungen. Bevor geschmolzen werden kann, müssen die Verunreinigungen raus. Bei Galvanischen Bädern, die in der Industrie zum Einsatz kommen und Oberflächen veredeln, muss zunächst eine Homogenisierung vorgenommen werden. Damit die relevanten Bestandteile sich gleichmäßig verteilen können, bevor weitergearbeitet werden kann. Die nichtmetallischen Bestandteile im Gekrätz verbrennen in einem ersten Schritt bei ca. 720 Grad Celsius zur Gekrätzasche.
Der Schmelzverlust
Scheidgut wie zum Beispiel Schmuck ist nicht so stark verunreinigt, muss also nicht erst großartig von überflüssigen Substanzen befreit werden. Der Schmelzverlust, der durch das Abbrennen nichtmetallischer Inhaltsstoffe und durch die Verschlackung von Unedlem entsteht, fällt daher nicht ganz so hoch aus. Die Gewichtsdifferenz zwischen dem, was angeliefert wurde, und dem, was übrig bleibt, hält sich daher in Grenzen.
Der eigentliche Scheideprozess
Die Scheideanstalt legt Wert darauf, wirtschaftlich zu arbeiten, daher wird ab jetzt in größeren Mengen gearbeitet. Das Scheidgut muss sich nun der nasschemischen Scheidung unterziehen. Dabei lassen sich die Edelmetalle durch die chemischen Prozesse und Fällungsreaktionen schön separieren. Sobald diese Vorgänge abgeschlossen sind, liegt das enthaltende Edelmetall als Kristall oder Schwamm vor. Falls das Metall für medizinische Anwendungen gedacht ist, können noch weitere Reinigungsprozesse anstehen. Dann wird geschmolzen, um einen Barren herzustellen. Je höher die Temperatur klettert, desto schwächer wird die Farbe des Goldes. Kurz vor dem Erreichen des Schmelzpunktes glüht es hellgelb. Im geschmolzenen Zustand ist es zitronengelb, mit einem leichten Grünstich. Erst nach dem vollständigen Abkühlen kehrt die typische Goldfarbe zurück.
Beim Gekrätz muss noch eine Hüttentechnische Scheidung erfolgen. Die Gekrätzasche wird dazu mit Koks, Bleioxiden und weiteren Substanzen vermischt und dann zum Zwecke der Reduzierung geschmolzen. Das Blei sammelt das Edelmetall auf, ignoriert aber die unedlen Bestandteile. Diese werden zum größten Teil verschlackt. Die Mischung aus Blei und Edelmetall muss dann noch einmal geschmolzen werden, dieses Mal aber oxidierend (mit Sauerstoffbeimischung) und nicht reduzierend. Dann wird dann noch einmal aufgearbeitet und schließlich geschmolzen und gegossen.
Was passiert mit dem Gold aus der Scheideanstalt?
Sobald alle Prozesse in der Scheideanstalt erfolgreich abgeschlossen sind, verkauft die Scheideanstalt das recycelte Gold in Form von Barren oder als Halbzeug, das den Abnehmern die weitere Verarbeitung erleichtert, zum Beispiel an die Dental- oder Schmuckindustrie. Zahntechniker fertigen dann daraus neue Kronen, Brücken oder sonstige Hilfsmittel für das Gebiss. Nach der Entfernung gibts eventuell einen weiteren Boxen-Stopp in der Scheideanstalt.
Die Schmuckindustrie formt ihrerseits aus dem wiedergewonnenen Gold neue Schmuckstücke, die an die Kunden verkauft werden. Sollten diese beschädigt oder in Ungnade gefallen sein, geht es ebenfalls zurück in die Scheideanstalt, sofern sich keine anderen Verkaufsmöglichkeiten finden. Das ist der Kreislauf des Goldes.
Zu Recherchezwecken haben wir uns verschiedenen Scheideanstalten gegenüber als Privatkunde ausgegeben, der einige Ketten, zumeist Gold 585, abzugeben hätte. Die Antworten der sechs befragten Scheideanstalten fanden wir sehr aufschlussreich. Bei den Preisen pro Gramm Gold und bei den Gebühren gab es durchaus Abweichungen, daher sollten sich Verkaufswillige von mehreren Scheideanstalten Angebote einholen und sich auch genaue Informationen über die fälligen Gebühren geben lassen. Die Zuschläge für die Zwischenhändler fallen beim direkten Kontakt mit der Scheideanstalt zwar weg, doch für Klein- und Kleinstmengen lohnt sich der Gang zur Scheideanstalt definitiv nicht. Die Auswertung der weiteren Daten erfolgt anonymisiert, denn wir möchten in diesem Leitfaden keine Werbung machen.
Keine Reaktion auf unsere Anfrage
Zwei der von uns kontaktierten Scheideanstalten ignorierten unsere Anfrage vollständig. Mag sein, dass die Anfrage in der Masse unterging, kann auch sein oder dass dort für Kleinkunden keine Zeit bleibt. Das sind nur Spekulationen, Fakt ist jedoch, dass wir von diesen beiden Scheideanstalten nichts gehört haben.
Entgegenkommende Reaktionen
Zwei weitere Scheideanstalten wiesen uns darauf hin, dass sich das Anliefern von Altgold an eine Scheideanstalt erst ab ca. 100 Gramm lohnen würde. Ein Gang zum Goldschmied oder Juwelier wurde uns nahegelegt. Wir wurden gebeten, unsere Ketten, falls wir trotzdem verkaufen möchten, per versichertem Wertversand zuzuschicken und eine Kopie des Personalausweises sowie ein ausgefülltes Begleitschreiben, in dem das Eigentumsrecht am Schmuck bestätigt werden sollte und auch, dass keine Eigentumsvorbehalte dritter Personen zu beachten sind. Diese Formular konnte man auf der jeweiligen Website downloaden.
Weitere Reaktionen
Eine andere Scheideanstalt legte uns nahe, das Gold in einer der Ankaufsfilialen der betreffenden Scheideanstalt zu verkaufen oder Altgold einfach per Post zuschicken. Versandtipps oder Hinweise zum Thema Personalausweis, Eigentumsnachweis oder zu den Rechten Dritter bekamen wir dort nicht. Die letzte Scheideanstalt in unserer Auswahl hat ebenfalls ohne weitere Detailangaben den Postversand vorgeschlagen.
Weitere Kontakte zu Scheideanstalten
Bei weiteren Gesprächen mit Scheideanstalten, bei denen wir nicht vorgaben, etwas verkaufen zu wollen, erfuhren wir, dass die Scheideanstalten dieser Tage - wenig überraschend - sehr gut ausgelastet sind. Für Privatkunden mit kleinen Mengen Altgold bleibt dann eben manchmal keine Zeit mehr. Allgemeine Tipps zum Thema Altgoldverkauf bekamen wir dort nicht, abgesehen davon, dass unseriöse Händler gemieden werden sollten. Außerdem waren die Scheideanstalten in Bezug auf die Informationsweitergabe zum Thema Altgold etwas zurückhaltend, da sich unser Leitfaden an Privatkunden und nicht an Firmenkunden richtet. Die Websites der verschiedenen Scheideanstalten geben dem Informationswilligen dennoch einige Anhaltspunkte mit auf den Weg zum erfolgreichen Altgoldverkauf.
"Dental Nuggets" zählen zum Altgold und können ebenfalls verkauft werden. Beim Zahnarzt wird das entfernte Zahngold vor der Aushändigung an den Eigentümer gereinigt und oft auch in Folie eingeschweißt. Dann darf der Kunde es mit nach Hause nehmen.
Was hat das Gold eigentlich im Gebiss zu suchen?
Das beliebte Edelmetall eignet sich für notwendige Renovierungsarbeiten im Gebiss ganz hervorragend, denn es bietet viele Vorteile: Gold ist geschmacksneutral, löst nur in seltenen Fällen Allergien aus, lässt sich gut formen, oxidiert nicht und kann durch die Beimischung verschiedener Substanzen so hart gemacht werden, dass es das Kauen und mögliches Zähneknirschen unbeschadet überlebt. Zahngold besteht niemals aus reinem Feingold oder Gold 999 (24 Karat), das wäre einfach zu weich. Abgesehen von Gold werden Keramik, Silber, Palladium, Platin und andere Werkstoffe verwendet.
Kein Grund zur Verlegenheit
Es mag für den Kunden, der zum ersten Mal Zahngold verkauft, etwas gewöhnungsbedürftig sein, mit einem ehemaligen Bestandteil des Gebisses zum Händler zu gehen. In Medienberichten wird Zahngold gerne zum "amüsanten Highlight" des Altgoldhandels erklärt, bei dessen Ankauf der befragte Händler jeweils lächeln würde. Ein versierter Altgoldhändler hat - und das dürfen Sie ruhig glauben - schon so viel Zahngold gesehen, dass es für ihn normal ist und nicht der Rede wert. Scham und Verlegenheit sind daher unnötig.
Lohnt sich der Gang zum Altgoldhändler?
Sollten die verwendeten Legierungen bekannt sein, wird die Beurteilung natürlich vereinfacht. Ein auskunftsfreudiger Zahnarzt ist hier eine große Hilfe. Beim Zahngold kann der Kunde auch selbst anhand der Farbe bereits entscheiden, ob es sich überhaupt um Gold handelt. Ist der Bestandteil unter einer möglicherweise vorhandenen Verblendung weiß oder hell, ist es kein Gold, sondern Keramik. In diesem Fall kann man sich den Weg zum Altgoldhändler sparen. Bei goldfarbenen Bestandteilen kommt es darauf an, welche Legierungen und Zusatzstoffe verwendet wurden. Die Begutachtung muss im Einzelfall durch einen kundigen Händler vorgenommen werden, da die Möglichkeiten sehr vielfältig sind. Der Weg zur Scheideanstalt lohnt sich für Klein- und Kleinstmengen an Zahngold aufgrund der Gebühren eigentlich nicht. Ein Händler, der viel Zahngold und Altgold an die Scheideanstalt liefert, kann das zu Konditionen tun, die außerhalb Ihrer Reichweite liegen, sodass der Verkauf beim Händler in diesem Fall eine gute Wahl sein kann.
Zahngold spenden
Zahngold, das nicht mehr benötigt wird, spenden viele Menschen gerne. Spenden werden schriftlich dokumentiert. Sammelaktionen zugunsten verschiedener wohltätiger Organisationen finden laufend statt. Durchschnittlich sind im Zahngold, abhängig von der Größe und Menge, bis zu fünf Gramm Gold enthalten. Bei entfernten Brücken kann es etwas mehr sein. Eine Krone allein bringt beim Altgoldhändler daher nicht viel Geld ein, die gesammelten Kronen sowie sonstige edelmetallhaltige Zahnersatzteile und Gebisshilfsmittel vieler Patienten können allerdings sehr wohl einen stattlichen Betrag ergeben. Wie es scheint, hat die Spendenbereitschaft beim Zahngold mancherorts in den vergangenen Jahren etwas abgenommen. Wie so vieles andere wird auch das gelegentlich auf die Finanzkrise zurückgeführt.
Umgang mit Zahngold im Krematorium
Da im Rahmen unserer Recherchen dieses Thema zur Sprache kam, sind wir dem nachgegangen. Es soll hier nicht darum gehen, auf vereinzelte Unregelmäßigkeiten beim Thema Zahngold in Krematorien hinzuweisen. Die betreffenden Presseberichte sind Ihnen sicherlich bekannt. Unser Anliegen ist es, Menschen, die nach brauchbaren Informationen zum Umgang mit Zahngold im Todesfall suchen, einen kleinen Einblick zu geben.
Die Verbände und Organisationen der Bestatter sind sich nach unseren Recherchen einig, dass man die Angehörigen im Trauerfall mit diesem Thema nicht zusätzlich belasten darf und erwähnen das Zahngold nicht von sich aus. Manchmal taucht die Frage nach dem Verbleib des Zahngoldes im Nachhinein auf, doch die meisten Menschen scheuen sich davor, explizit nachzuhaken. Unsere Ansprechpartner begegneten uns bei diesem Thema mit großer Offenheit und wünschen sich, dass Angehörige jederzeit ihre diesbezüglichen Fragen ohne Verlegenheit stellen.
Allgemein wird das so gehandhabt, dass dem Verstorbenen vor der Einäscherung oder dem Begräbnis Schmuck und Wertgegenstände durch die Angehörigen oder die Bestatter, die die fraglichen Gegenstände an die Angehörigen weiterreichen, abgenommen werden. Vor der Verbrennung sind einige Formalitäten zu regeln. Die Regelung des Verbleibs von Schmuck und Wertgegenständen ist nur ein Bestandteil davon. Diese werden nur dann mit eingegraben oder mit verbrannt, wenn dies ausdrücklich vom Verstorbenen gewünscht und von den Angehörigen per Unterschrift bestätigt wird.
Zahngold wird vor der Einäscherung oder dem Begräbnis normalerweise nicht entfernt. Die Temperaturen beim Einäschern liegen bei ca. 1100 Grad Celsius. Am Körper verbliebener Schmuck, Zahngold und alle anderen Metalle schmelzen dabei. Sie erstarren aber nach dem Verbrennprozess wieder und bleiben nicht etwa im Abluftfilter hängen. Die metallischen Bestandteile werden dann aus der Asche entfernt, separat aufbewahrt und nicht mit in die Urne gegeben. Die Angehörigen können dieses Altgold jederzeit ausgehändigt bekommen, sofern sie das wünschen. Nach unseren Recherchen bitten Angehörige nur in Einzelfällen darum. Normalerweise wird das Altgold im Krematorium gesammelt und mehrmals im Jahr an eine Scheideanstalt weitergeleitet. Das Geld, das die Scheideanstalt dafür auszahlt, wird meist zweckgebunden, zum Beispiel für die Denkmalpflege im Friedhofsbereich, eingesetzt.
Speziell für Ankäufer - mehr als nur der rechtliche Background
Bei den Ankäufern kann man zu manchen Punkten auch Unsicherheiten beobachten. Vor allem in Bezug auf die "fliegenden Händler" gab es oftmals hitzige Diskussionen. Eine Anfrage beim Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie ergab folgendes Ergebnis:
Altgold und Gewerbeordnung
Der An- und Verkauf von Edelmetallen und edelmetallhaltigen Legierungen sowie Waren aus Edelmetall oder edelmetallhaltigen Legierungen durch auf den Handel mit Gebrauchtwaren spezialisierte Betriebe stellt gemäß § 38 Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe c der Gewerbeordnung (GewO) ein überwachungsbedürftiges Gewerbe dar. Dies bedeutet, dass die Behörde unverzüglich nach Erstattung der Gewerbeanmeldung oder der Gewerbeummeldung die Zuverlässigkeit des Gewerbetreibenden zu überprüfen hat. Zu diesem Zweck muss der Gewerbetreibende unverzüglich ein Führungszeugnis und eine Auskunft aus dem Gewerbezentralregister zur Vorlage bei der Behörde zu beantragen (§ 38 Abs. 1 S. 2 GewO). Stellt sich bei der Überprüfung des Gewerbetreibenden heraus, dass dieser unzuverlässig ist, ist das Gewerbe gemäß § 35 GewO zu untersagen.
Altgold und Reisegewerbe
Das Feilbieten und der Ankauf von Edelmetallen (Gold, Silber, Platin und Platinbeimetallen) und edelmetallhaltigen Legierungen in jeder Form sowie Waren mit Edelmetallauflagen im Reisegewerbe ist gemäß § 56 Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe a GewO verboten; zugelassen sind Silberschmuck bis zu einem Verkaufspreis von 40 Euro und Waren mit Silberauflagen. Die zuständige Behörde kann im Einzelfall für ihren Bereich Ausnahmen vom Verbot des § 56 Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe a GewO mit dem Vorbehalt des Widerrufs und für einen Zeitraum bis zu fünf Jahren zulassen, wenn sich aus der Person des Antragstellers oder aus sonstigen Umständen keine Bedenken ergeben (§ 56 Abs. 2 S. 3 GewO).
Altgold und Buchführungspflicht
Die Gebrauchtwarenhändler unterliegen derzeit grundsätzlich noch den landesrechtlichen Buchführungspflichten des § 3 Gewerbeverordnung (GewV). Das Geschäftsbuch muss auch Angaben über den Verkäufer oder Auftraggeber (einschließlich Legitimationspapier, falls persönlich nicht bekannt) enthalten. Soweit bekannt, gibt es entsprechende Buchführungspflichten für den Gebrauchtwarenhandel in anderen Ländern nicht (mehr). Auch die bayerische Regelung soll im Zuge einer Novellierung der Gewerbeverordnung aufgehoben werden.
Worauf beim Altgoldankauf zusätzlich geachtet werden sollte
Langjährig erfahrene Goldschmiede, Juweliere und Altgoldhändler werden bei uns eher wenig sensationell Neues lernen, doch Anfänger oder wissbegierige Verkäufer interessieren sich vielleicht für die hier aufgeführten Aspekte. Einige Angaben zum Umgang mit dem Kunden und seinem Altgold, zu verschiedenen Strategien beim Marketing bzw. bei Werbemaßnahmen, zur Preisangabe und von den möglichen Problemen mit der Altgoldkundschaft finden Sie hier.
Wie eingangs erwähnt, werden langjährig erfahrene Goldschmiede, Juweliere und Altgoldhändler hier nicht viel lesen, was sie nicht schon wüssten. Für Neulinge und Wissbegierige auf der Verkäuferseite mag es dennoch interessant sein. Ergänzend zu den Texten, die Sie im Rahmen dieses Leitfadens an Verkäufer richten, haben wir hier noch einige Tipps speziell für Ankäufer zusammengestellt. Sie werden sehen: Es muss nicht immer auf "sofort Geld gegen Altgold" hinauslaufen. Man kann das durchaus eleganter handhaben.
Kein Interesse am Altgoldkunden?
Wer sich überhaupt nicht am Altgoldhandel auf Materialpreisbasis beteiligen möchte und aufgrund von Unsicherheit, der Vermutung von Anrüchigkeit oder aus anderen Gründen niemals ankauft, sollte wenigstens die Adresse eines guten Altgoldhändlers parat haben, um diese an Stammkunden oder Interessenten weiterzugeben. Das erhöht die Kundenzufriedenheit.
Altgoldhandel abseits der gängigen Klischees
Um Altgold anzukaufen, muss man sich nicht zwangsläufig an dem beteiligen, was die Medien gerne sensationsheischend als "Goldrausch", "Goldhysterie" oder "Goldgräberstimmung" bezeichnen. Es geht auch anders. Sobald man beim Sortieren der angebotenen Ware auch darauf achtet, ob sie sich für mehr als nur das Einschmelzen eignet, ist man sowieso schon auf einem guten Weg.
Zunächst widmen wir uns den Werbemaßnahmen für den Altgoldankauf. Danach folgen Tipps für den Umgang mit dem Altgoldkunden und zum Altgoldhandel.
Klappern gehört zum Handwerk
Komplett auf Werbung zu verzichten, das kann sich wohl niemand leisten. Allzu marktschreierisch sollte es aber nicht werden. Damit fängt man zwar Kunden ein, ob man sich damit wirklich einen Gefallen in Sachen nachhaltiger, langfristig wirksamer PR erweist, das ist fraglich.
Eifern Sie beim Altgoldankauf nicht dem Rattenfänger von Hameln nach
Der Aspekt "aus alt mach neu" wird immer wieder als brauchbare Strategie für den Umgang mit Altgold genannt. Der Kunde bringt Altgold, mit dem er gegebenenfalls neuen Schmuck bezahlen kann oder das sich auf Kommissionsbasis gut verkaufen lässt. Wenn Sie sich in Ihrem Geschäft über treue Stammkunden und viele besucherfreudige Laufkunden freuen dürfen, wird sich Ihre diesbezügliche Haltung sowieso herumsprechen. Ein paar gut gezielte Werbeanzeigen können sich zusätzlich als hilfreich erweisen.
Wer mehr Altgold ankaufen und damit eventuell auch neue Kundengruppen erschließen möchte, muss sich seine Marketingstrategie gut überlegen. Als unseriös möchten Sie ganz gewiss nicht gelten. Daher macht es Sinn, sich bei der Werbung auf eher schlichte Texte und Kampagnen zu beschränken und auch beim Auftreten von der "die Goldpreis sind mega hoch, verkaufen Sie bevor es zu spät ist!"-Schiene abzuweichen.
Vergleichende Werbung, die Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung als dem Angebot von Händler B überlegen präsentiert, ist in Deutschland seit dem Jahr 2000 unter bestimmten Auflagen erlaubt. Dennoch sollten Sie keine Werbung nach dem Muster "Meiden Sie die unseriösen Händler, kommen Sie zu uns" schalten. Das ist womöglich hilfreich, um Altgold-Touristen, die einmal Altgold bei Ihnen verkaufen und dann nie wieder kommen, einzufangen. Allerdings begeben Sie sich durch Erwähnung der vor allem in den Medien inflationär erwähnten "unseriösen Händler", die es natürlich definitiv gibt, auf ein Niveau, das unter Ihren Möglichkeiten bleibt.
Die gesunde Alternative: Orientieren Sie sich
Zur Orientierung können Sie zum Beispiel den Teil unseres Leitfadens lesen, der sich an Verkäufer richtet. Wenn Sie das Thema Altgold und Verkauf von Schmuck, der zu schade zum Einschmelzen ist, vernünftig in Ihr Leistungsspektrum einbauen wollen, gibt es verschiedene weitere Möglichkeiten, die Sie ausprobieren können. Natürlich gelten diese Tipps nicht nur für Altgold.
Besuchen Sie Websites von verschiedenen Altgoldhändlern. Notieren Sie sich, was Ihnen gefällt und was nicht. Sich anderweitig Inspirationen zu holen ist ok, Diebstahl nicht. Auch wenn es noch so verlockend ist: Fotos, Grafiken und Texte mitzunehmen, das rächt sich, unter anderem durch Abmahnungen.
Machen Sie sich ein Bild von den Werbemaßnahmen Ihrer Mitbewerber und Konkurrenten, fragen Sie wenn möglich auch nach den Rücklaufquoten der jeweiligen Aktionen. Bleiben Sie auf dem Laufenden in Bezug auf aktuelle Entwicklungen auf dem Altgold- und Schmuckmarkt. Besprechen Sie sich mit Kollegen, Ihrer Innung, Ihrem Zentralverband oder ähnlichen Organisationen. Sicherlich muss man Zeit, Mühe und eventuell Geld investieren, um mit dieser Strategie Erfolg zu haben. Spätestens dann, wenn zahlreiche Kunden aufgrund von Mundpropaganda zu Ihnen kommen und zwar nicht nur zum Altgoldverkauf, wissen Sie, dass Sie in Bezug auf Marketing, Eigen-PR und seriöses Auftreten auf dem richtigen Weg sind.
Keine Angst vor Hehlerware
Dass im Bereich Altgold immer wieder Hehlerware auftaucht, ist ein gerne genanntes Vorurteil. Beim Altgoldverkauf muss der Verkaufswillige sich allerdings legitimieren. Kriminelle Personen dürfte das eher abschrecken. Gibt es dennoch Zweifel in Bezug auf den Kunden und seinen Schmuck, dann fragen Sie nach eventuell vorhandenen Kaufbelegen oder der Geschichte des betreffenden Schmuckstücks. Falls sich Ihre Zweifel nicht ausräumen lassen, weisen Sie den Kunden ab und informieren gegebenenfalls die Polizei. Vergessen Sie dabei Ihre eigene Sicherheit nicht!
Achten Sie auch grundsätzlich auf Ihre Sicherheit
Bei den Dieben hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass Altgold keineswegs wertloser Schrott ist. Schützen Sie daher sich und Ihre Mitarbeiter durch geeignete Sicherheitsmaßnahmen wie zum Beispiel Panzerglas, Videoüberwachung, Alarmanlagen, Stahltüren oder Tresore. Es kann durchaus empfehlenswert sein, das Ab- und Aufsperren Ihrer Räumlichkeiten jeweils durch zwei oder mehr Personen erledigen zu lassen, um Kriminelle abzuschrecken.
Zeigen Sie Diskretion
Bieten Sie Kunden, die einen eher verlegenen Eindruck machen, von sich aus und so schnell wie möglich den Gang in ein separates Nebenzimmer, das hell und freundlich gestaltet sein sollte, an. Finstere Hinterzimmer und schaurige Kellerräume wirken sich in diesem Zusammenhang eher unvorteilhaft aus. Altgoldhandel im Reisegewerbe hat vor einigen Monaten noch für heiße Diskussionen gesorgt, ist aber untersagt, investieren Sie also ruhig in ein gut ausgestattetes Beratungszimmer. Erlauben Sie telefonische Terminvereinbarungen. Helfen Sie dem Kunden ein wenig dabei, sich bei Ihnen so wohl wie möglich zu fühlen. Zufriedene Kunden empfehlen Sie weiter und kommen womöglich später einmal auf Sie zurück. Vor allem Kunden, die zum ersten Mal Altgold verkaufen, erfordern Feingefühl aufseiten des Ankäufers. Schmuck ist ein emotionales Thema, eventuell vorliegende Geldnot verschlimmert das noch. Sorgen Sie dafür, dass Sie während des Kundengespräches nicht gestört werden.
Zeigen Sie Transparenz
Beantworten Sie Fragen des Kunden so offen wie möglich. Erklären Sie dem Kunden genau, was Sie tun und warum Sie das tun. Nutzen Sie gegebenenfalls alle zur Verfügung stehenden Prüfmethoden. Erlauben Sie dem Kunden einen Blick auf das Display Ihrer Waage. Das Eichen der Waage ist unabdingbar. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für die Bewertung der Schmuckstücke. Erläutern Sie dem Kunden, welche Möglichkeiten er abgesehen von einem Verkauf hat. Drücken Sie wissbegierigen Kunden eine ausgedruckte Version dieses Leitfadens in die Hand. Ganz unten im Einstiegstext finden Sie die Hinweise zum Copyright, eine Verbreitung als Papierversion wird darin ausdrücklich gestattet.
Jammern Sie nicht vor dem Kunden
Auch Goldschmiede, Juweliere und Altgoldhändler müssen leben, kostendeckend und gewinnbringend arbeiten. Ein Kunde, den akute Geldsorgen plagen, wird vielleicht rein rational Verständnis für Ihre Situation aufbringen können, doch er reagiert unter Umständen emotional eher aufgebracht oder fühlt sich gedemütigt, falls Sie das Thema Kosten breittreten. Ein wenig Einfühlungsvermögen erleichtert die Situation für beide Parteien.
Kunden weiterschicken
Falls Sie den Eindruck haben, dass der betreffende Kunde seinen Verkauf aus akuter Geldnot möglicherweise bald bereuen könnte, schlagen Sie ihm vor, eine Nacht darüber zu schlafen, sich mit dem Partner/der Partnerin zu besprechen oder verweisen Sie ihn vielleicht an das Pfandleihhaus. Dass er dort aber nur einen Bruchteil des Verkaufspreises bekommt, Zinsen und Gebühren zahlen muss, sollten Sie ihm nicht verschweigen. Geschäft ist Geschäft und Emotionen haben im Geschäftsleben eigentlich nichts verloren. Aber dennoch: Hier ist Ihre hoffentlich gute Menschenkenntnis gefragt.
Alternative Möglichkeiten aufzeigen
Manches Altgold ist zum Einschmelzen viel zu schade. Sofern der Kunde sich nicht in akuter Geldnot befindet, freut er sich sicherlich über Vorschläge, wie er seinen alten Schmuck gewinnbringend veräußern kann. In diesem Zusammenhang wird der Verkauf auf Kommissionsbasis gerne genannt. Falls der Kunde sich für einen Verkauf bei eBay entscheidet, können Sie ihm vielleicht mit einer Wertschätzung und einigen Hintergrundinformationen, vielleicht auch aus diesem Leitfaden, zur Seite stehen.
Eine kleine Begutachtungsgebühr schadet niemandem
Altgoldkunden bringen womöglich viel Kleinkram in Ihren Laden, lassen sich ein Angebot machen und verschwinden dann auf Nimmerwiedersehen. Eine Gebühr für die Begutachtung kann in manchen Fällen angemessen sein. Sie bekommen dadurch eine kleine Entschädigung für Ihre wertvolle Arbeitszeit.
Holen Sie sich Feedback ein
Fragen Sie Ihre Kunden, wie Sie zu Ihnen gefunden haben. Die Antworten können Ihnen dabei helfen, Ihre Werbemaßnahmen zu verbessern. Achten Sie auch darauf, ob der Kunde beim Abschluss des Altgoldhandels nicht nur mit dem Preis zufrieden ist. Falls dem nicht so sein sollte, fragen Sie nach. Gespräche mit Branchenfremden können Ihnen möglicherweise dabei helfen, neue Ideen zu entwickeln und helfen generell gegen Betriebsblindheit.
Prüfen Sie Ihre Bewertungen
Aufgrund der Krise und des hohen Goldpreises ist das Geschäftsklima im Altgoldhandel womöglich etwas rau. Daher sollten Sie unbedingt gelegentlich überprüfen, was Ihre Kunden über Sie denken, durch direktes Feedback im Gespräch oder durch eine Internetrecherche. Das dynamische Web 2.0 lebt vom Mitmachen der User. Diese sagen vielleicht manchmal etwas, was Ihnen als Geschäftsmann nicht gefällt. Suchen Sie daher regelmäßig nach Ihrem Namen/Firmennamen bei den einschlägigen Suchmaschinen und überprüfen Sie, was über Sie gesagt wird und ob eventuell in Verzeichnisdiensten negative Bemerkungen und Bewertungen über Sie zu lesen sind. Diese Bewertungen müssen nicht zwingend von unzufriedenen Kunden stammen, es gibt gelegentlich auch Konkurrenten und Mitbewerber, die sich für so etwas nicht zu schade sind. Falls Sie fündig werden, sollten Sie umgehend handeln. Ziehen Sie sich nicht zurück, gehen Sie aktiv vor. Bauen Sie Ihre Website aus, zeigen Sie dem Kunden, was Sie alles anbieten und schreiben Sie über Ihre Berufserfahrung, Ihre Ausbildung. Wenden Sie sich an eine PR-Agentur. Bitten Sie zufriedene Kunden um positive Bewertungen und kümmern Sie sich um eine mögliche Löschung der hoffentlich unbegründeten negativen Kommentare. Es gibt Dienstleister, die sich auf Derartiges spezialisiert haben.
Sollten nach dem Lesen Fragen geblieben sein, so können Sie sich in unserem Schmuckforum, in dem sowohl Laien als auch Fachleute vertreten sind, informieren und dort möglicherweise Antworten bekommen. Wir widmen uns dort natürlich nicht nur dem Altgold, auch andere Themen sind uns stets willkommen.
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Auch wir sind nur Menschen...
und können Fehler machen, auch können sich gesetzliche Bestimmungen im Laufe der Zeit ändern – den jeweils aktuellsten Altgold-Leitfaden finden Sie stets hier:
Großes Kompliment! Danke für den Überblick und die große Arbeit, die Ihr Euch damit gemacht habt!
[ Von: Recke am 06.11.09 um 15:31 Uhr ]
Ein sehr informativer und ausführlicher Bericht!
Worauf aus Sicht des Ankäufers noch mehr eingegangen werden sollte, ist, dass es UNBEDINGT einer geeichten Waage bedarf.
Nicht nur aus transparenzgründen (das sollte eigentlich selbstverständlich sein), sondern auch, um mögliche schmerzhafte Ordnungsgelder zu vermeiden.
Wir hören von unseren Kunden vermehrt, dass die Ordnungs- bzw. Gewerbeaufsichtsämter verstärkt und gezielt Goldschmiede, Juweliere und sonstige Ankäufer aufsuchen und das Vorhandensein einer geeichten Waage kontrollieren.
Ist keine solche (oder eine mit abgelaufener Eichung) vorhanden, kann dies Ordnungsgelder in 4-stelliger Höhe nach sich ziehen.
Klar nicht nur die geeichte Waage ist wichtig sondern auch die Fachkenntnis um verschiedenste Goldbeschichtungen, Füllungen und Doublé von massiv goldenem Schmuck zu unterscheiden.
Nur dann kann man als Ankäufer nahe an den aktuellen Tagespreis herangehen ohne allzu hohe Sicherheitsabschläge machen zu müssen.
Ärgerlich sind nur Werbungen die mit sehr hohen Grammpreisen angeben und diese dann nur bei schönen Schmuckstücken mit wertvoller Verarbeitung oder Diamantbesatz zahlen wollen.
Solche Schmuckstücke gehören definitiv nicht in die Schmelze, die sollte man erhalten und andere Wege finden sie zu einem angemessen Preis zu verkaufen.
Wenn Kunden zu mir kommen, helfe ich Ihnen dabei soweit ich kann. Auch wenn der Ankauf zum Schmelzpreis manchmal das einfachere Geschäft wäre.
Heinrich Butschal
Goldschmiedemeister und Gutachter
http://www.schmuck-boerse.com
Sehr interessanter und ausführlicher Beitrag. Hab selbst noch ein kleines Stück Zahngold daheim und schon mehr davon erwartet. Aber dann spende ich das lieber :)
Danke für diesen sehr interessanten Beitrag. Ich muss vollkommen zustimmen, es ist leider inzwischen fast schon beängstigend wichtig geworden, sich vor dem Goldankauf zu informieren, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden :-/
Sehr informativer Artikel, auch wenn es für mich enttäuschend war herauszufinden, wie wenig das Zahngold, das ich noch hier habe, wohl wert ist. Vielleicht lasse ich es lieber zu einem Schmuckstück verarbeiten, das dann eben ein richtiges Unikat ist.
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Der Valentinstag und die dazugehörigen Blumen-, Schokoladen- und Schmuckgeschenke sowie alle romantischen Verabredungen liegen hinter uns. Hoffentlich war es ein angenehmer Tag für alle Leser dieses Artikels. Dabei sollte man aber eins nicht vergessen: Nach dem Valentinstag ist vor dem Valentinstag! In... (15.02.2010)