Tendence schließt mit 52.000 Besuchern
Geänderter Fokus der Messe führt zu Verschiebungen bei den Besuchergruppen
Aussteller loben Konsequenz der neuen Messeausrichtung
Die Tendence, die Internationale Frankfurter Herbstmesse, schließt heute ihre Tore. Die vom 26. bis 30. August 2011 stattfindende Messe konnte auf einen guten Besucherzustrom zählen. Dazu Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt GmbH: „Die für den Handel wichtigen Einkäufer waren vor Ort. Bereits den Freitag haben die Profieinkäufer für ihre ersten Orderplatzierungen aktiv genutzt.“
Die 2.055 Aussteller (2010: 2.049*) aus 66 Ländern stellten auf 130.000 Bruttoquadratmetern ihre Neuheiten aus den Bereichen Einrichten und Wohnen sowie Schenken für das kommende Herbst-, Winter- und vor allem das umsatzstarke Weihnachtsgeschäft vor. Die 52.000 Besucher (2010: 56.968*) kamen aus 101 Ländern. Insgesamt belief sich der Anteil ausländischer Besucher auf 22 Prozent, davon stammten rund 80 Prozent aus den europäischen Nachbarländern. Die Top-5-Nationen auf Besucherseite waren die Schweiz, die Niederlande, Italien, Österreich und Frankreich. Detlef Braun erläutert: „Durch einen Schwerpunkt auf den europäischen Markt und auf definierte Marktsegmente konnten wir wie angekündigt weniger, dafür jedoch orderstärkere Besucher begrüßen.“ Ein gutes Orderverhalten seitens der Besucher bestätigte auch Sven Olof Ropertz, Marketing-Verantwortlicher der Boltze Gruppe: „Die Stimmung ist gut, wir haben mit verhaltenen Käufen gerechnet, was aber nicht der Fall ist. Auch eine Tendenz zu längeren Vorläufen und Planungen beim Einkauf ist wieder spürbar.“ Mehr Umsatz konnte auch die Lambert GmbH verzeichnen: „Die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung ist in unserer Branche gut, wir spüren nichts von einer nahenden Krise und gehen auch weiterhin von einem regen Konsumverhalten aus“, so Geschäftsführer Bernd D. Ehrengart. So belegt auch die anlässlich der Konsumgütermesse erstellte Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) die Bedeutung des Geschenkemarktes. Aktuell werden in Deutschland jährlich Geschenke im Wert von rund 27 Milliarden Euro gemacht.
Die Aussteller lobten vor allem die Qualität der Neukontakte. Insgesamt bewerteten die Aussteller die Besucherqualität im Vergleich zum Vorjahr besser. Oliver Kleine, Geschäftsführer von Leonardo, fasst zusammen: „Die Stimmung im Einzelhandel ist gut, wir bereuen die Rückkehr auf die Tendence nach zwei Jahren Abwesenheit nicht.“
Zur Neuausrichtung der Messe befragt, ergänzt Braun: „Wir haben unser Versprechen gehalten und das Schiff Tendence wieder auf Kurs gebracht.“ Im Rahmen ihrer Neupositionierung hat die Tendence ihren Status als wichtige Plattform für internationale Trends, vor allem für Weihnachten 2011, aber auch für die Frühjahrssaison 2012, ein weiteres Mal unter Beweis gestellt. Dies bestätigt Stephan Koziol, Geschäftsführer der Koziol GmbH: „Die Tendence verfügt über eine einzigartige Positionierung in der Branche. Die Kombination aus Termin, Qualität und Themenauswahl wird durch die Besucher geschätzt.“ Thomas Grothkopp, Geschäftsführer des GPK – Bundesverband für den gedeckten Tisch, Hausrat und Wohnkultur e.V., ergänzt dazu: „Die Tendence bildet das Finale der Konsumgütermessen 2011: ausgebucht und mit klarem Schwerpunkt auf Dekorativem, Geschenken und Wohnaccessoires. Der Fachhandel hat ‚last orders for Christmas‘ platziert, vor allem aber für die Frühjahrsthemen 2012 geordert. Die Tendence bot dem europäischen Fachhandel wieder das breite Angebot aktueller internationaler Trends.“
Die ausstellende Industrie betonte darüber hinaus die Relevanz der Tendence als wichtigen Konsumgütertreffpunkt der zweiten Jahreshälfte. „Wir ziehen unsere Zufriedenheit aus unserer Authentizität. Die Tendence ist und bleibt für uns ein wichtiger Motivator“, so Renate Möller, Inhaberin von Scholtissek.
Allerdings sind auch die gesamtwirtschaftlichen Indikatoren nicht zu vernachlässigen. Während im GfK-Konsumklima für August 2011 noch einen Anstieg bei der Anschaffungsneigung verzeichnet wird, sind erste gegenläufige Trends seitens des Handels spürbar. Dazu Braun: „2011 erwartet uns ein positives Weihnachtsgeschäft. Eine sich abzeichnende Vorsicht des Handels in 2012 hinein ist jedoch nicht zu leugnen. Die Krise der Finanzwirtschaft beginnt auch auf die Realwirtschaft abzustrahlen.“
Die Trends zu Weihnachten
Die Konsumenten dürfen sich zur Weihnachtszeit auf warme Rottöne und Weiß in allen Abstufungen freuen. Außerdem dominiert Blau in allen Nuancen die festliche Dekoration. Wer nach passendem Baumschmuck jenseits von Kugeln sucht, findet eine eindrucksvolle Vielfalt. Denn neben den klassischen Weihnachtsbaumkugeln können auch Entchen, Papageien, Waldtiere oder Weihnachtsmann-Neuinterpretationen in modernen Farben den Weihnachtsbaum zieren. Beim Kunsthandwerk wird auf jeden Fall auf traditionelle Themen und Motive gesetzt. Engel, Nussknacker, Lichtbögen, Pyramiden und Co. sind zeitlos, außerdem stehen Märchenthemen hoch im Kurs.
Wohnideen für 2012
Üppigkeit dominiert die eigenen vier Wände und verwandelt sie mehr denn je in Wohlfühloasen jenseits der wirtschaftspolitischen Realität. Außergewöhnliche Materialkombinationen verwandeln traditionelle Produkte in moderne Klassiker, Filz trifft auf Neopren, Eiche kontaktiert Linoleum. Der allgegenwärtige Nachhaltigkeitsanspruch befördert die Materialinnovation, Bambus ist beispielsweise ein Material, das den Markt erobern möchte.
Neue Werte beim Schenken
Wertigkeit und Nachhaltigkeit prägen die Produkte rund ums Thema Schenken. Sowohl klassische als auch moderne Produkte müssen sich diesem Anspruch unterwerfen, da Qualität bei Gestaltung und Produktion von den Konsumenten mehr und mehr vorausgesetzt werden. Die Verbindung von anspruchsvollem Design und Humor kennzeichnet ein breites Angebotsspektrum von Produkten aus unterschiedlichsten Materialien. Der humoristische Aspekt wird über entsprechende Sprüche, über Bilder oder skurrile Anwendungen eingebracht.
Schmuck wird wieder bunter und vielfältiger
Beim Schmuck steht das Sammeln von kleinen Schmuckstücken in Form von Charmes weiterhin hoch im Kurs. Nachdem gerade beim Modeschmuck lange Monochromes vorherrschte, wird es jetzt wieder bunter. Wichtige Farben dabei sind vor allem Rot und Grün. Diese Tendenz zeigt sich auch bei Echtschmuck, bei dem die Farbigkeit durch Edelsteine eingebracht wird. Das Gestaltungsspektrum bleibt breit, von volumigen Schmuckstücken und langen Ketten bis hin zu filigranen verspielten Stücken.
Die Tendence findet vom 24. bis 28. August 2012 statt.











