Die Ambiente ist die weltgrößte Fachmesse für Konsumgüter. Jährlich zieht sie rund 140.000 Fachbesucher und 4.600 Aussteller aus der gesamten Welt in die Frankfurter Messehallen. Hier stellen internationale Hersteller ihre Neuheiten dem weltweiten Handel vor.
Frühlingsgefühle trotz Eiseskälte: Neue Ambiente begeistert Aussteller und Besucher
Trotz Winterchaos: Starker Zuwachs aus dem Ausland auf der Ambiente, Inlandsbesuch nur leicht rückläufig
Daumen nach oben: Konsumgüterbranche zeichnet positives Konjunkturbild
Zur weltgrößten Konsumgütermesse Ambiente kamen vom 12. bis 16. Februar 2010 über 130.000 Einkäufer aus der ganzen Welt nach Frankfurt am Main. Während der Winter Deutschland in diesen Tagen fest im Griff hatte, waren in den Messehallen rund um die Themen Tisch und Küche, Wohnen und Einrichten sowie Schenken Frühlingsgefühle angesagt. 4.504 Aussteller aus 93 Ländern faszinierten die internationalen Fachbesucher mit ihren Neuheiten und Präsentationen. Trotz extremer Wetterverhältnisse und Schneechaos reisten insgesamt nur etwa vier Prozent weniger Fachbesucher in diesem Jahr nach Frankfurt am Main. Das witterungsbedingte Minus machte sich bei den inländischen Besuchern bemerkbar, während das Ausland stark gewachsen ist.
Mit einem in Teilen zweistelligen Plus und einem Internationalitätsgrad von über 47 Prozent ist die Veranstaltung 2010 damit die internationalste Ambiente aller Zeiten. Zu den Top-Five-Nationen zählen Italien, die Niederlande, Frankreich, Spanien und die Schweiz. Enorme Zuwächse im zweistelligen Bereich verzeichnen Nationen wie die USA (22 Prozent), Türkei (37 Prozent), Russland (39 Prozent), Brasilien (44 Prozent) oder die Vereinigten Arabischen Emirate (70 Prozent).
„Das Schneechaos hat es den Besuchern in diesem Jahr nicht leicht gemacht. Dennoch zeigen gerade die Zuwächse aus dem Ausland, dass sich die weltweite Wirtschaft nachhaltig wieder erholt. Der Optimismus im Handel ist zurück, die Industrie strotzt voller kreativer Kraft und wir freuen uns, dass die Messe Frankfurt zeitgleich mit dem Neustart der Ambiente ideale Voraussetzungen für entsprechend erfolgreiche Geschäfte geschaffen hat“, sagt Dr. Michael Peters, Geschäftsführer der Messe Frankfurt GmbH.
„Die grundlegende Veränderung der Ambiente trifft auf breite Zustimmung fast aller Aussteller. Sie hat zu einer anderen, zeitgemäßeren Präsentation der ausstellenden Industrie geführt und wird nun von den Besuchern auch besser wahrgenommen. Wir sind daher zuversichtlich, dass die Ambiente 2010 einen entscheidenden Impuls für den Jahresverlauf in der Branche setzt“, bestätigt Jens-Heinrich Beckmann, Geschäftsführer des Industrieverbandes Schneid- und Haushaltswaren e.V., die gelungene Neukonzeption der Veranstaltung. „Die Lage der Porzellanhersteller in der neuen Halle ist optimal. Das gesamte Umfeld und die Aufteilung sind viel stimmiger, die Stimmung selbst deutlich positiver und die Besucherfrequenz höher. Alles in allem sind wir zufrieden“, kommentiert Peter Frischholz, Geschäftsführer des Verbandes der Keramischen Industrie e.V. die Neuplatzierung der keramischen Industrie auf der Ambiente.
Ähnlich positive Stimmen sind auch unmittelbar aus der Industrie zu hören: „Anfangs war ich skeptisch, was den Zeitpunkt und die Kosten der Umstrukturierung der Ambiente angeht. Aber jetzt muss ich sagen, dass ich sehr begeistert bin. Wir haben die Chance genutzt, uns einmal völlig neu zu präsentieren, was uns auch gelungen ist. Es war wie ein Aufbruch, den wir gebraucht haben. Wir haben nun frischen Wind in den Segeln und ich bin sehr zufrieden“, zeigt sich Nicolas Luc Villeroy, Managing Director Tischkultur bei Villeroy & Boch begeistert. Auch Thorsten Klapproth, Vorsitzender des Vorstands der WMF AG ist „froh über den Wechsel. Wir haben von der Halle nur gewonnen. Sicherlich war nicht alles gut, weil auch viel investiert werden musste, aber es hat sich rentiert“. Diese positive Resonanz drückt sich auch in Zahlen aus. Die Gesamtzufriedenheit der Aussteller mit dem Messeergebnis ist in diesem Jahr erneut gestiegen. Auf der Besucherseite grenzt dieser Wert mit über 90 Prozent mittlerweile nahe an den Optimalzustand. Stellvertretend für den Handel spricht auch Thomas Grothkopp als Geschäftsführer des Bundesverbandes für den Gedeckten Tisch, Hausrat und Wohnkultur e.V. „vom frischen Wind, der Veränderungen bringt. Die Vergangenheit der Feststandsebenen in Halle 10 wurde abgelöst durch thematisch wie auch zielgruppenspezifisch neu aufgeplante Hallen. Mit der kompletten Neugestaltung der Ambiente wurde ein klarer und notwendiger Schnitt gemacht. Die Aussteller haben diese Herausforderung aufgegriffen und dafür genutzt, sich ganz neu, modern und im passenden Produktumfeld darzustellen. Den Fachbesuchern verlangte es ab, umzudenken, neue Wege zu gehen und diesmal etwas mehr Zeit einzuplanen.“
Sogar von „wachgerüttelt“ spricht Detlef Klatt, Geschäftsführer der O Living Interior Design GmbH, Anbieter von Wohn- und Einrichtungsaccessoires: „Das neue Konzept geht gut auf. Aussteller wie Besucher werden wachgerüttelt. Wir sind sehr positiv angetan, unsere Erwartungen wurden erfüllt.“„Diese Messe macht Spaß, die neue Halle ist klasse. Wir registrieren bislang insgesamt zwar weniger Besucher, machen aber mit denen mehr Umsatz. Dieser Umstand ist auch Ausdruck der Konzentration, die momentan im Fachhandel stattfindet“, so Sebastian Klein, Vorstandsvorsitzender der Vertriebsgesellschaft Klein & More AG + Co KG. Entsprechend hochqualifiziert und entscheidungskompetent waren die Einkäufer auch wieder zur diesjährigen Ambiente. Zwei Drittel stehen für das Topund Mittlere Management ihrer Branchen mit hoher Einkaufskompetenz. Insgesamt wurde die Ambiente von einem positiven Konjunkturbild aus Industrie und Handel begleitet. Im Inland wie im Ausland zeigt der Pfeil weiter verhalten nach oben. Drei Viertel aller Befragten schätzen die aktuelle Branchenkonjunktur gut bis befriedigend ein. Sportlich optimistisch kommentiert deshalb auch der Europäische Verband Lifestyle – EVL die momentane Wirtschaftslage: „Die Messe ist dieses Jahr ein guter Indikator dafür, dass wir aus der Krise herausgerudert sind. Es gibt Anlass zum Optimismus, da die Kunden wieder mutiger sind. Wer jetzt investiert, gute Kollektionen präsentiert, seine Kunden exzellent betreut und Kundenbindungsprogramme anbietet, gehört zu den Gewinnern der Krise“, so Heike Tscherwinka, Geschäftsführerin des EVL.
Trends von der Ambiente 2010
Dining
Nachhaltigkeit und Natur sind über die Sortimentsbereiche hinweg keine neuen, aber sich immer weiter festigende Trends: Der erste drückt sich in dauerhaftem Design ebenso aus wie in der Verwendung dauerhafter Materialien oder recycelten Ausgangsstoffen beispielsweise bei Kochgeschirren. Der zweite zeigt sich in der an natürlichen Vorbildern orientierten Formensprache ebenso wie an der starken Handwerklichkeit der Produkte und dem eingesetzten Materialmix. So werden beispielsweise Glas und Stein kombiniert oder auch Glas und Holz bzw. Edelstahl und Holz. Auf dem Tisch sorgt Vielfalt für Spannung: Bei Porzellan und Keramik spielen die Hersteller weiterhin mit Formen, ohne dass die Klassiker verschwinden. Weiß bleibt die Trendfarbe, sanfte Blau- und Grüntöne sowie ein intensives, dunkles Blau sorgen für farbige Akzente. Gläser werden kantiger und erhalten einen maskulinen Touch. In klassisch puristischem Edelstahl kommen die Küchenhelfer daher. Wer es lieber bunt mag, kann sie aber auch in einem intensiven Lila, Orange, Lime oder Gelb bekommen. Ein umfangreiches Angebot an Mühlen und Handmahlsteinen hilft dabei, Gerichte im Detail selbst zuzubereiten. Frische Kräuter stehen dabei hoch im Kurs.
Living
Gemütlich und behaglich soll es in den eigenen vier Wänden zugehen - Holz, Kork, Rattan und Baumwolle bleiben die beliebtesten Materialien. Auch der Nachhaltigkeitsgedanke wird nach wie vor konsequent verfolgt. Die kalte Ausstrahlung von Edelstahl, Chrom und Glas wird mit Einfassungen aus Holz und Stoffen ins Gegenteil verkehrt. Raumgreifende Möbel präsentieren sich eher puristisch, schnörkellos und gerade, mit höchstens leicht geschwungenen Kanten und Flächen. Afrikanische und lateinamerikanische Farb- und Formfülle wird durch funktionales europäisches Design und asiatische schlichte Formensprache konterkariert. Auch regionaler Charme ist bei Wohn- und Einrichtungsaccessoires gefragt. Bei den Farben sind Violettabstufungen und warme Erdfarbtöne weiter sehr beliebt, aber auch Grün und Blau in den unterschiedlichsten Nuancen sieht man allerorts. Farbe an sich ist in Mode, nur zu bunt darf es nicht werden, dafür sorgen vor allem Weiß, helles Beige und lichtes Silbergrau als Grundfarben. Stark im Kommen sind auch Pastelltöne aller Couleur.
Giving
In der Welt der kreativen Geschenkideen kommen Traditionsbewusste und Heimatverliebte auf ihre Kosten. Die Bandbreite reicht von Schlüsselanhängern in Form von Kuhglocken, Magneten mit Edelweiß-Prints oder Taschen mit Karomuster und Rüschen. Servieren, dekorieren, schenken – das Thema Wein ist in vielen Bereichen stark vertreten: Untersetzer mit Sinnsprüchen und Deko-Anhänger in Flaschenform sind nur zwei Beispiele aus einer Vielfalt von Accessoires rund um den Rebensaft. Edles Weiß, Schwarz in Kombination mit Silber und eine klare Formgebung liegen bei Lifestyleartikeln im Trend. Auch hier ist eine klare Tendenz zu Wertigkeit und Qualität zu erkennen. Außerdem wirft die WM 2010 bereits ihre Schatten voraus: Für Fußballspaß zum Mitfiebern sorgen Miniaturkicker, Topfpflanzen im Fußball-Outfit und ausgefallene Sammelfiguren. Auch im Bereich Schmuck spiegeln sich die neuesten Farbtrends wider: Lila geht, Blau kommt. Und nicht nur im Edelsegment, sondern generell liegen auch hier Langlebigkeit und Qualität im Trend.