Helfer-Uhren: Die jüngste Schweizer Marke

Helfer-Uhren? Selbst Uhrenfreunde müssen da zweimal hinhören und hinschauen. Doch das lohnt sich, denn das junge Unternehmen mit seinem Gründer und Spiritus Rector Livio Helfer überraschte auf der letzten Baselworld mit einer bemerkenswerten Kollektion. Inzwischen verfügt die Marke über eine regelrechte kleine Fangemeinde - nicht nur in Deutschland.

Das Leben steckt voller Überraschungen: Der Abend war schon ziemlich weit fortgeschritten, als sich plötzlich das Smartphone von Livio Helfer meldete. Der Schweizer Unternehmer mit kanadischen Wurzeln traute zunächst seinen Ohren nicht. Am anderen Ende war das jordanische Königshaus. Seine Majestät bestellte eine größere Zahl von Helfer Uhren für die Militärattachés seines Landes. Natürlich hatte es das Königshaus zunächst auch bei einem der großen, weltweit bekannten Schweizer Uhrenhersteller versucht, war dort aber abgeblitzt. Dass man dann jedoch gleich auf ihn zukam, ehrte Livio Helfer doch sehr.

Für den Uhrenhersteller und -designer mit kanadischen Wurzeln war dies einer der vielen Erfolgsmomente in der jüngeren Vergangenheit. Auch dass Jean-Claude Biver - der Mann hinter Hublot und einer der weltweit erfolgreichsten Uhrenmanager - die neuen, auf der Baselworld 2016 erstmals vorgestellten Helfer-Uhren als eine der ganz wenigen interessanten Novitäten der Messe bezeichnete, signalisierte dem schon seit vielen Jahren in der Schweiz lebenden Livio Helfer: Ja, es war eine richtige Entscheidung, seine Leidenschaft zu seinem Beruf gemacht zu haben. Obwohl am Markt sicher kein Mangel an Uhrenherstellern schweizerischer oder deutscher Provenienz besteht, die stolz auf ihre lange Tradition verweisen, lancierte Helfer eine junge Marke - verbunden mit einer Philosophie, die Freunde eidgenössischer Uhren aufhorchen lässt: Helfer verspricht Uhren von durch und durch Schweizer Qualität zu fairen Preisen.

In der Tat eine Botschaft, die so ganz anders klingt als das, was man in den vergangenen Jahren aus der Schweizer Uhrenbranche vernahm: Dort schien man sich bei der Preisfindung bisweilen das Motto "The sky is the limit" zueigen gemacht zu haben. Nun, da der Nachfrageboom aus dem Fernen Osten deutlich zurückgegangen ist, herrscht in manchen Nobel-Manufakturen in der Schweiz und im sächsischen Glashütte Katerstimmung.

Schweizer Uhren zu "überraschenden Preisen"

Helfer hatte von Anfang an ein anderes Geschäftsmodell: "Unser Ziel ist es, fantastische Uhren zu kreieren, dafür hervorragendes Material und Schweizer Manufaktur-Erfahrung zu nutzen - und das Ergebnis zu überraschenden Preisen anzubieten".

Doch erzählen wir die Geschichte von Anfang an: Livio Helfer, Jahrgang 1974, wuchs in Kanada auf und entdeckte schon früh seine Affinität zum Sport. Er spielte Fußball, wie wir ihn kennen (Soccer), vor allem aber sehr engagiert und erfolgreich American Football. Auch Extrem-Sportarten forderten ihn heraus. Im Laufe der Zeit kam eine zweite Leidenschaft hinzu: Irgendwann stellte Helfer fest, dass seine Armbanduhr für ihn weit mehr war als nur ein Zeitmesser. Sie war und ist ein ästhetisches Statement und Ausdruck der Persönlichkeit.

Im Jahr 2001 reifte in Livio Helfer schließlich die Idee, anspruchsvolle Sportuhren von höchster Qualität zu entwickeln, in denen sich nicht zuletzt seine eigene Persönlichkeit widerspiegeln sollte: "Schon bei meinen ersten Entwürfen versuchte ich, Uhren zu kreieren, in denen ich meine Persönlichkeit, meine Hobbys, mein Leben und mein eigenes Universum wiedererkannte", sagt Helfer. Insofern dürfen seine Zeitmesser wohl mit Fug und Recht als sehr authentisch bezeichnet werden. Er lief nicht irgendwelchen Trends oder dem Massengeschmack nach, sondern machte buchstäblich "sein eigenes Ding".

Sein "Universum" - das sind neben dem Sport die Begeisterung für Autos ("Autofahren ist für mich mehr als ein Hobby, es ist eine Herausforderung"), die Passion für's Reisen und das Kennenlernen neuer Länder und Kulturen sowie nicht zuletzt auch der Wassersport. Klar, solche Multi-Passionen lassen sich nicht in einem Uhrenmodell vereinen. Und so entschied sich Helfer, die "4 Elements" in den Mittelpunkt seiner Uhren-Kollektion zu stellen: Die Uhren der "Diver Element Collection" - teilweise bis 500 Meter wasserdicht - sind zuverlässige Begleiter von Wassersportlern, werden aber gleichermaßen gern von Zeitgenossen getragen, die ihre Zeit lieber auf dem Trockenen verbringen. Die "Racer Element Collection" wiederum ist dem Autoliebhaber gewidmet, während die "Space Element Collection" zwar für den Weltenbummler bestimmt ist, aber auch in der Heimat sehr gern getragen wird. Die Helfer-Kollektion wird komplettiert von einer leichter konstruierten "Lady's Element Collection", die auch mit einer Diamanten-Einfassung erhältlich ist.

Helfer setzt auf bewährte ETA-Technik

Schauen wir uns die Zeitmesser etwas genauer an. Die Uhren aus dem Hause Helfer weisen - wie die meisten Sportuhren - einen großen, aber nicht übergroßen Gehäusedurchmesser auf. Er liegt bei den meisten Helfer Uhren zwischen 45 und 47 Millimeter, lediglich das Damenmodell beschränkt sich auf 40 Millimeter. Für die robust anmutenden, aber dennoch angenehm zu tragenden Gehäuse wird PVD-Stahl, Keramik und Titan verarbeitet, manche Modelle sind vergoldet. Alle Zeitmesser werden mit entspiegeltem Anti-Reflex-Saphirkristall-Glas ausgestattet. Außerdem erhält jeder Käufer zwei Bänder. Der Clou dabei: Sie lassen sich auch ohne Uhrmacher-Handwerkszeug dank dem patentierten "Quick Change Strap System" mit wenigen Handgriffen schnell austauschen.

Beim Blick ins Innere der Uhren begegnet man alten Bekannten. Die Chronographen werden vom ETA-Werk 7750 Valjoux angetrieben, von dem der renommierte Schweizer Uhrenkonstrukteur Paul Gerber einmal sagte, es sei robust "wie ein Traktor". In den übrigen Automatikuhren tickt das ebenfalls bekannte und langlebige Kaliber ETA 2824. Allerdings findet man in der Helfer-Kollektion auch Uhren mit Schweizer Quarz-Werken, konkret ISA 8371 und ETA G10. Diese ermöglichen etwas günstigere Einstiegspreise von unter 1000 Euro.

Obwohl sich in Deutschland und in einigen anderen Ländern in kurzer Zeit schon kleine Fan-Gemeinden für Helfer Watches gebildet haben, handelt es sich um eine sehr junge Marke, die eigentlich erst seit ihrem Auftritt auf der Baselworld 2016 von einem breiteren Publikum wahrgenommen wird. Das soll sich in den nächsten Monaten ändern. Neben vergleichsweise moderaten Preisen und dem sportlichen Design will Helfer nicht zuletzt mit einem Alleinstellungsmerkmal punkten, das kein zweiter Hersteller zu bieten hat: Wer eine Helfer-Uhr erwirbt, erhält eine zwölfjährige Garantie auf seinen Zeitmesser.

Michael Brückner

Bilder: Helfer Watches


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