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Die Geschichte der großen Schmuck- und Uhrenlabels - Teil 12: Glashütte

Neben den vielen Herstellern von Luxusuhren aus Frankreich und der Schweiz nimmt das deutsche Unternehmen Glashütte eine besondere Stellung ein. Die Wurzeln dieser Uhrenmanufaktur lassen sich bis ins Jahr 1845 zurückverfolgen. Damals gründete Ferdinand Adolph Lange im sächsischen Ort Glashütte sein erstes Unternehmen. Als Ziel setzte er sich zunächst, den vielen arbeitslosen Bergarbeitern, welche nach dem Versiegen der Silbervorkommen in der Gegend zu beklagen waren, eine neue berufliche Zukunft zu ermöglichen. Dazu sollten sie nun zu Uhrmachern ausgebildet werden.

Dieses Vorhaben erwies sich als voller Erfolg, gleichzeitig siedelten sich weitere Unternehmen der Uhrenindustrie in und um Glashütte an, wodurch sich die Lebensumstände im Müglitztal sichtbar verbesserten. Ein Einschnitt ergab sich dann im Zweiten Weltkrieg, als Glashütte und Konsorten die Uhrenproduktion drosselten, und man gezwungen war, stattdessen kriegswichtige Güter, zum Beispiel Zeitzünder für Bombern, herzustellen. Dies erwies sich jedoch als der erste Schritt zum Abgrund, denn die sowjetischen Besatzer demontierten nach Kriegsende sämtliche Produktionseinrichtungen und schafften sie außer Landes. Was blieb, war neben Schutt und Asche lediglich ein kläglicher Rest der einst so blühenden Unternehmen.

Anfang der 50er-Jahre legte man schließlich die verbliebenen Reste mehrerer Uhrenmanufakturen zusammen und erschuf daraus ein neues Großunternehmen. Es entstanden die VEB Glashütte Uhrenbetriebe (kurz: GUB), welche in den Folgejahren sämtliche osteuropäischen Länder mit Uhren versorgte. Erst mit der Wende im Jahr 1990 erfolgte eine Änderung der Unternehmenspolitik, als Rechtsnachfolger der VEB Glashütte Uhrenbetriebe entstand die Glashütte Uhrenbetrieb GmbH. Man spezialisierte sich auf die Herstellung hochwertiger mechanischer Armbanduhren, die fortan unter den Markennamen "Glashütte Original" sowie GUB vertrieben wurden. GUB steht dabei für die günstigeren Modelle mit zugekauften Schweizer Markenuhrwerken, während die Modelle von Glashütte Original nach wie vor in reiner Handarbeit entstehen.

Im Jahr 2000 erwarb schließlich die Swatch Group das Unternehmen Glashütte, ohne das in der Folge der eingeschlagene Kurs verändert worden wäre. Heute steht Glashütte für mechanische Armbanduhren in höchster Qualität. Wer es sich leisten kann, erwirbt hier nicht nur einen hochwertigen Zeitmesser, sondern ein echtes Stück deutscher Geschichte.

Archivbeitrag 30.01.2014
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